Der linke Kämpfer Dr. Anton Hofreiter

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Der Fraktionsvorsitzende der Bundestagsgrünen darf – man muss der FAZ dankbar dafür sein – in einem Beitrag am 9.12.16 auf Seite 8, sein Weltbild offenbaren: „Hat die Linke das Kämpfen verlernt?“.

Er beklagt darin die angebliche Verzagtheit der Linken (Gemeint sind alle linken Parteien) beim „Gleichstellungskampf“, das kleinlaute Einknicken vor den Brexit- und Trump-Wählern. Liberale würden sich geißeln wegen Gleichstellungsübertreibungen wie Unisextoiletten. Dabei würde man in der Eisenbahn seit 100 Jahren auf Unisextoiletten gehen. Anders als der linke Protest gegen entfesselten Globalisierungswahn sei der rechte Protest nationalistisch, ihnen gehe es doch um Vorteile für alle Menschen.

Ich verstehe gar nicht, warum Dr. Hofreiter die Linke so verzagt sieht:

  • Der Gleichstellungskampf ist doch erfolgreich! Es gibt tausende Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte, über zweihundert Genderprofx. Es gibt Gender-Quoten, im Südweststaat sind LSBTTIQ-Quoten geplant, in der Grundschule beabsichtigen Hofreiters Grüne eine Männerquote. Die Sexualkundepläne der Schulen werden von Funktionär*innen der sexuellen Minderheiten geschrieben. die genderistische Sprachreform breitet sich aus. Schon regt sich Protest, dass bei der Rehabilitierung bestrafter Homosexueller aus der Frühzeit der Bundesrepublik die weiblichen Homosexuellen nicht erwähnt worden wären. (Was den Antidiskriminierungaktivist*innen dabei entging: Unter Strafe gestellt war nur die Unzucht unter Männern!)  Gut, bei der sexuellen Vielfalt gab es einen Rückschlag, Pädophilie wurde aus dem Programm grüner Parteigliederungen gestrichen.
  • Für die Gleichstellung der Migranten hat die SPD-Politikerin und Staatsministerin Aydan Özoguz ein Papier vorgelegt, das in den nächsten Jahren mit Sicherheit abgearbeitet werden wird.
  • Was Klimapolitik und Umweltschutz angeht, muss sich die kämpferische Linke nicht verstecken: Waldsterben, saurer Regen, FCKW, Glyphosat, das böse CO2. Dass die von den Grünen favorisierten Biogasanlagen zu hoher Nitratbelastung der Böden führen, nimmt der Diplom-Biologe postfaktisch nicht zur Kenntnis. Für ihn sind die Massentierhalter schuld.
  • Die einst machtvollen Energiekonzerne sind dank der grünen Energiewende auf Hartz-IV-Status, als nächstes ist die Autoindustrie dran. Frau Göring-Eckardt durft in Tagesschau auf die Ausnahmeregelungen für große industrielle Stromverbraucher schimpfen. Das würde den Strompreis für die kleinen Leute in die Höhe treiben. Dabei wurden die ausnahmen von den Grünen eingeführt, damit nicht noch mehr Industriefirmen der hohen Strompreise wegen Deutschland verlassen.
  • Die Wieder-Verstaatlichung der Bahn ist Hofreiters Anliegen. Rückschläge bei den Steuererhöhungen für die Reichen entmutigen die Grünen nicht: Sie sind wieder im Programm. Genosse Trittin lässt grüßen. Auch als Außenpolitiker profiliert sich Dr. Hofreiter.
  • Linke regieren in Brandenburg, Berlin, Thüringen. Im Bundestag treffen sich die Linken und planen gemeinsam den Systemwandel.

Warum nur sieht Anton Hofreiter seine Linke so pessimistisch?

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