Zum Erkenntnisinteresse des Genderismus

Gepostet am Aktualisiert am

Der Germanist und Publizist Dr. Markus Klaue macht in einem Beitrag in der FAZ vom Tage die Denkweise von Genderisten am Beispiel der Literaturwissenschaft deutlich. 

In der literaturwissenschaftlichen Frauenforschung vor der „Transformation der Geschlechterforschung zur Genderforschung“ wäre es darum gegangen, das Verständnis der Werke von Autorinnen und Autoren zu vertiefen. Der Geschlechteraspekt würde die Werke mitkonstituieren. Er sei aber keine Perspektive, aus der die Forschungsgegenstände zu betrachten seien. Es ginge nicht darum, Goethe als Chauvinisten und Bettina von Arnim als Frauenrechtlerin darzustellen.

Die Gender Studies trügen nicht zum Verständnis der Werke bei. Diese würden als „Sekundäreffekte“ der Zuordnung der Schriftsteller unter eine sexuelle oder soziale Identität interpretiert werden: Goethe und Voltaire als Repräsentanten eines weißen, westlichen, europäischen, christlichen Milieus. Gegen die müssten dann im germanistischen Seminar der Japaner Mishima, der Afroamerikaner Ralph Ellison oder der in Palästina geboren US-Amerikaner Edward Said gelesen werden.

Dass ein Schwuler Chauvinist sein könnte, gerate aus dem Blick. Man könnte ergänzen: auch dass ein Inder Rassist und ein Araber homophob sein könnten.

Magnus Klaue sieht die Ursache für diesen erkenntnistheoretischen Tunnelblick auf die 68er Bewegung zurück. Die theoretische Grundlegung für die Identifikation der 68er mit den Unterprivilegierten in aller Welt und der Hass auf das weiße, rassistische, westliche, bürgerliche usw. Milieu stamme vom Lieblingsphilosophen der Neuen Linken, Herbert Marcuse.

Magnus Klaues Kommentare zu Literatur und Zeitgeschehen (bis 2014) kann man in der linken, oft lesenswerten Wochenzeitschrift Jungle World nachlesen.

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