Was wäre, wenn die USA Aleppo bombardieren würden?

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Was wäre das so einfach, wenn die USA Aleppo bombardieren würden.

Da gäbe es Lichterketten, Demonstrationen vor der US-Botschaft, flammende antiamerikanische Manifeste von Dr. Jürgen Todenhöfer und Jakob Augstein. Ätzende Vorträge von Volker Pispers und die Stimme von Frau Dr. Wagenknecht überschlüge sich. Aber die Lufthoheit über Aleppo haben die Russen und der syrische Staatschef und Kriegsverbrecher Assad. Eine Flugverbotszone verhindern sie.

Was machen eigentlich die unzähligen deutschen Friedens-AGs, Friedensratschläge, Friedenskonferenzen, Friedensvereine und Friedensinitiativen?

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Demo gegen russische Bomben auf Aleppo? Ach was, Demo gegen Bundeswehr-Einsätze in Syrien!

Für die katholische Pax Christi gibt es nichts Schlimmeres als deutsche Soldaten im Ausland, gefolgt von Warnungen vor TTIP und CETA. Davon zeugen die Aushänge an katholischen Pfarrhäusern und Kirchen. Und die SPD warnt davor, den Gesprächsfaden mit Putin nicht abreißen zu lassen. Der Putin-Lobbyist Ex-Generalinspekteur Kujat warnt vor einer Vorverurteilung Moskaus. Wirtschaftsminister Gabriel reist zwei Tage nach dem Bombardement des UN-Hilfskonvois zu Putin.

Herr Gabriel schlug auch vor, vor der amerikanischen(!) und russischen Botschaft in Berlin gegen die Bombardierung Aleppos zu demonstrieren. Das wurde ihm dann von Parteifreunden ausgeredet.

Nachtrag 6.12.16: Jetzt rufen Schriftsteller zu einer Demonstration vor der russischen Botschaft auf. Peter Schneider erklärt, was Herr Gabriel nicht schafft:

Aber wie kann es sein, dass wir diese Verbrechen mit all unseren „Nie wieder“-Schwüren geschehen lassen, ohne dass sich ein klarer Protest der Zivilgesellschaft gegen die Verantwortlichen regt? Wo sind die Friedensfreunde aller Fraktionen, die sonst bei jeder Gelegenheit – wenn Amerika, Israel oder die NATO involviert sind – zu Tausenden vor der US-Botschaft demonstrieren? Warum haben sie nie zu einer machtvollen Kundgebung gegen das Verbrechen der russischen Bombardements in Aleppo zusammengefunden?

Kann es sein, dass ein Massenmord weniger abscheulich ist, wenn er von dem durch die NATO-Erweiterung ach so gedemütigten russischen Präsidenten befohlen wird? Oder handelt es sich einfach um schiere Angst vor einem zu Recht gefürchteten Nachbarn?

Es ist nicht wahr, was uns so viele um „Ausgewogenheit“ bemühte Kommentatoren sagen: Dass es sich beim Kampf um Aleppo um einen „Stellvertreterkrieg“ handele, in dem zwei Weltmächte um ihre jeweilige Einflusssphäre ringen. (via Tagesspiegel)

Update: Gegen Bush demonstrierten 500.000, gegen Putin 500

 

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