Erinnert sich noch jemand? Der Abschuss der Passagiermaschine MH17 im Jahr 2014

Gepostet am Aktualisiert am

Die Indizien gab es schon gleich nach dem Abschuss: Die von Moskau unterstützten ostukrainischen Milizen ließen keine Beobachter an die Absturzstelle und plünderten erst einmal. Private Aufklärer wie Bellingcat fanden Fotos einer BUK-Abschuss-Lafette auf dem Rückweg auf russländisches Territorium. Eine Rakete fehlte. Fachleute erklärten, dass das BUK-System nur von Fachleuten gehandhabt werden könne, also russischem Bedienungspersonal.

Auf Twitter erschien für kurze Zeit der Tweet des russischen Kommandeurs Milizen-Kommandeurs der „Volksrepublik Donezk“: „Wir haben sie erwischt!“ Er glaubte, seine Leute hätten eine ukrainische Militärmaschine abgeschossen. Der Tweet verschwand, als klar wurde dass eine Passagiermaschine abgeschossen worden war und 300 Menschen zu Tode gekommen waren.

Putins Geheimdienst hielt in bewährter Manier mit dagegen: Er veröffentlichte nach und nach, je nach Ermittlungsstand verschiedene Versionen eines möglichen Tatherganges und stiftete somit Verwirrung. So konnte er von den Funden, die für ein Kriegsverbrechen Russlands sprachen, ablenken und lieferte seinen Trollen Diskussionsstoff: Mal war es ein ukrainischer Jagdbomber, der geschossen hätte, dann soll es das ukrainische Militär mit einer älteren Version einer BUK gewesen sein. Dann wäre es den Ukrainern darum gegangen, eine Maschine abzuschießen, in der Putin gesessen hätte, dann wiederum wäre die Maschine schon vor dem Absturz voller Leichen gewesen. In den russischen Staatsmedien gab es zu den jeweils aktuellen Versionen „Experten“interviews und Fotos, Wetter- und Flugstreckenkarten.

Wobei der Geheimdienst FSB seine Versionen jeweils kurz vor der Veröffentlichung von Abschussdetails zu platzieren wusste: Als klar wurde, dass es eine BUK-Rakete war und nicht, wie vorher behauptet, ein ukrainischer Jagdbomber, hieß es, es wäre eine ältere Version der BUK-Rakete gewesen, wie sie nur noch die Ukraine benutze. Als der Abschussort der Rakete herausgefunden wurde, hieß es, das Gebiet sei zum Zeitpunkt des Abschusses in ukrainischer Hand gewesen. Zuvor hatte man die FSB-Version des Flugweges der MH17 fallen gelassen.

Die internationale Untersuchungskommission, in der Russland nicht mitarbeiten wollte, hat 3.500 Telefonate ausgewertet,, 14.000 Wrackteile untersucht, eine halbe Million Fotos und Videos gesichtet und Augenzeugen des Abschusses angehört.

Jetzt will man versuchen, die Täter zu finden. Ohne russische Kooperation dürfte das aussichtslos sein. Der damalige russische Milizen-Kommandeur Strelkow lebt unbehelligt in Russland.

(nach FAZ v. 29.9.16 und anderen Quellen)

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