Sinkende oder wachsende Armut?

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Dass weltweit Armut, dort, wo es sie wirklich gibt, seit Jahrzehnten erfolgreich bekämpft wurde, zählt hierzulande nicht. 1990 litten 2 Mrd Menschen unter extremer Armut (weniger als 1,25 Dollar pro Tag), 2015 zählten die UN nur noch 0,8 Mrd dazu.

Bei der deutschen Nabelschau geht es um die angeblich wachsende Armut in Deutschland. Das Letztere behaupten gerne die Organisationen der Sozialindustrie, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband. Dessen Geschäftsführer Schneider hielt es vor lauter alarmierenden Armutsstudien nicht mehr aus und trat der Linkspartei bei, die der Armut durch Umverteilung ein Ende bereiten will.

Obwohl in den Medien die Pressemitteilungen der Verbände gerne ohne redaktionelle Überprüfung und Einordnung verlesen werden, hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Ungereimtheiten hinausposaunt werden, von denen man annimmt, dass das Publikum sie nicht erkennt. So werden als arm oder armutsgefährdet grundsätzlich alle Lernenden, Auszubildenden und Studierenden (früher: Schüler, Lehrlinge und Studenten) mitgezählt, da sie kein eigenes Einkommen haben.

Der eine oder andere Journalist hat inzwischen verstanden, warum die Schwelle von 60% des mittleren Einkommens kein Erkennungsmerkmal für Armut sein kann. Und zum Glück gibt es Blogger, die alarmierende Studien selbst in die Hand nehmen und herausfinden, dass z. B. bei der Bertelsmann-Stiftung der Einfachheit alle Hartz-IV-Empfänger als arm erklärt werden. Der Chef der ostdeutschen Volkssolidarität hatte sein eigenes Meinungsforschungsinstitut, was die Sache natürlich sehr vereinfachte.

Nun erregt Aufsehen, dass der Chef des katholischen Caritas-Verbandes den Alarmismus und den Missbrauch eines statistischen Wertes anprangert. (Tagesspiegel v. 24.9.16) Die wirklich Armen, viele Alleinerziehende z. B., würden so übersehen. Natürlich wird er von konkurrierenden Verbandschefs jetzt als „neoliberal“ denunziert.

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