Der Physiker und CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Philipp Lengsfeld erhebt einen schweren Vorwurf.  Der Historiker Helmut Müller-Enbergs, früher Mitarbeiter der Stasi-Unterlagenbehörde, habe Anetta Kahane ein Gefälligkeitsgutachten angefertigt. Im Auftrag Kahanes habe er untersuchen sollen, ob sie jemandem während ihrer IM-Tätigkeit, für die sie anfänglich sechs Jahre, in Wirklichkeit waren es acht Jahre, angab, geschadet hätte. Er habe sich dabei ausschließlich auf Gespräche mit ihr und auf ihre Unterlagen gestützt. Eigene Recherchen habe er nicht angestellt, mit Betroffenen habe er nicht geredet.

Kahane wurde vom MfS zur Spitzeltätigkeit erpresst. Sie bekam daraufhin einen Studienplatz und wurde sogar Reisekader, d. h. sie durfte ins westliche Ausland reisen. Sogar als sie 1986, vier Jahre nach Beendigung ihrer IM-Tätigkeit, einen Ausreiseantrag gestellt hatte, habe sie keinerlei Nachteile gehabt. Müller-Enbergs verwende viel Zeit, um zu behaupten, dass ihr Studienplatz nichts mit dem MfS zu tun gehabt hätte und dass sie keinerlei materielle Vergünstigungen als IM erhalten hätte.

Kahanes Rechnung geht auf: Jedermann sagt, ein Gutachten des angesehenen Stasi-Forschers Müller-Enbergs belege, dass sie als IM niemandem geschadet hätte.

Ich bin sehr gespannt, ob und wie Müller-Enbergs reagieren wird. Für mich war er bisher einer der besten DDR-Forscher.

Die Untersuchung des Müller-Enbergs-Gutachten kann online gelesen oder als pdf  heruntergeladen werden.

Nachtrag: Frau Kahane hat anscheinend eine glückliche Hand, wenn es um Gutachten geht. So macht Michael Klein in seinem Blog Science Files auf ein Gutachten des Professors Samuel Goldborn aufmerksam, in dem der eine Kampagne gegen die Kahane-Stiftung erkannt haben will und wissenschaftlich untersucht. Michael Klein macht in gewohnt drastischem Stil klar, dass der Professor Goldborn von wissenschaftlichem Arbeiten keine Ahnung hat.

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4 Kommentare zu „Prof. Dr. Müller-Enbergs: Gefälligkeitsgutachten für Anetta Kahane?

  1. Ich glaube schon das Frau Kahane nur unbedeutende Belohnung erhalten hat.Diese menschlich verborbene
    Denunziantin hätte aus Lust am Verrat gehandelt.Die große Belohnung hat vermutlich der Verfasser des
    „GUTACHTEN“eingesackt oder er ist selbst ein Stasischläfer.
    Ich bin heute 70 Jahre alt und habe bis 1986 in der DDR gelebt.Glauben sie mir,es ist wahrscheinlicher dem
    Weihnachtsmann und Osterhasen zu begegnen als einem „guten Denunzianten“.

    Gefällt 1 Person

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