Wie steht´s um den Russland-Ukraine-Krieg?

Gepostet am Aktualisiert am

Seit Beginn des Waffenstillstands haben die Separatisten ihr Territorium Stückchen um Stückchen erweitert. Inzwischen entspricht die Erweiterung der Größe des Saarlandes und Luxemburgs. Rebecca Harms von den Grünen fordert, dass man nicht länger Ukraine und Separatisten gleichermaßen für die Eskalation verantwortlich machen soll. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS, 14.8.16) hat die Daten der OSZE-Beobachter akribisch ausgewertet. Demnach werden die Beobachter in den besetzten Gebieten  sehr viel häufiger in ihrer Arbeit behindert. Dort wird die Stromversorgung ihrer Kameras wird abgeschaltet,  ihre Fahrzeuge werden blockiert, sie werden mit dem Tod bedroht. Die Separatisten haben mehr verbotene Waffensysteme und schießen öfter. Sie schießen aus Wohngebieten heraus und beschuldigen dann die ukrainische Armee, Zivilisten zu töten, wenn die das Feuer erwidern. Auch wenn die Separatisten die Arbeit der OSZE oft verhindern, so ergab sich in der FAS-Auswertung der OSZE-Daten ein eindeutiges Übergewicht der Waffenstillstandsverletzungen durch die Separatisten.

Putin hält sich verbal aus dem von ihm angezettelten Konflikt heraus. Sollen doch Kiew und die Separatisten verhandeln. Was ginge ihn das an? Das Mantra unseres Außenministers ist dagegen, man solle das Gespräch mit Moskau suchen, den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen. Nun, die Bundeskanzlerin telefoniert ständig mit Putin, Steinmeier trifft seinen russischen Kollegen Lawrow ununterbrochen.

Steinmeier redet dauernd über die Lockerung der Sanktionen, nicht etwa über ihre Verschärfung, was eher angebracht wäre!

Man kann die Ukraine nur bedauern. Sie befindet sich in einem Transformationsprozess von einem korrupten, postsowjetischen Staat zu einem demokratischen Rechtsstaat, sie ist wirtschaftlich stark angeschlagen, sie muss eine schwache Armee gegen russische Elitesoldaten, die die Separatisten unterstützen, und modernste Waffensysteme kämpfen lassen, ihre Verwaltung wird von russischen Hackern lahmgelegt, Moskau konnte Kiew jahrelang mit der Rohöl- und Gasversorgung erpressen. Russische Propagandamedien und der Geheimdienst sorgen ständig für destabilisierende Falschmeldungen. Siehe StopFake!

Nachtrag September 2016: Die Bellingcat-Rechercheure, die erfolgreich russische Propagandalügen aufdecken, haben einen weiteren Anhaltspunkt für den Einsatz russischer Soldaten in der Ostukraine gefunden: In den Jahren 2014 und 15 stieg die Zahl eines hohen Ordens, der für Kampfeinsätze verliehen wird, auf über 4.000. Insgesamt wurden in dem Zeitraum 10.000 Orden verteilt. Bellingcat schließt daraus, dass demnach mehr als zehntausend russische Soldaten in der Ostukraine kämpfen und mehrere zehntausend logistisch daran beteiligt sein müssen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s