Rechtsabweichler damals und heute

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In den Büchern über die kommunistischen Staaten Sowjetunion und China, die ich lese, wird der unaufhörliche Kampf gegen Rechtsabweichler beschrieben. Die hehre Idee des so menschenfreundlichen Sozialismus wird in kommunistischen Ländern angeblich immer wieder konterkariert durch die Bedrohung von Rechten, wahlweise: Saboteuren, Agenten, Bourgoisen, Knterrevolutionären, Kapitalisten. Seit hundert Jahren könnte die Welt im sozialistischen Paradies erblühen, wenn es nicht die Rechtsabweichler gäbe.

Wobei, wohlgemerkt, es gar nicht um real existierende Rechte geht, sondern ausnahmslos um alle, die von der Linie des Führers, des Politbüros oder der Partei abweichen. Es beginnt bei den Rechten in der Linken, geht über die (angeblich enthemmte) Mitte zu Neoliberalen, Rechtskonservativen bis zu Rechtsextremisten.

Es gilt die jeweils herrschende, durchaus wechselnde, sich gelegentlich diametral widersprechende Losung der Partei. Wer davon abweicht, ist RECHTS.

Auch Rosa Luxemburg, die gegen das Meinungsmonopol Lenins die Freiheit der Andersdenkenden forderte (in der kommunistischen Partei! Nicht etwa wie heute verfälscht wird, in der gesamten Gesellschaft!), wäre somit RECHTS.

Wenn ich unsere Medien verfolge, ist es heute nicht anders. Wer den Willkommensaufrufen aus Politik und Medien nicht kritiklos folgt: xenophob = RECHTS. (Das beginnt sich sachte zu ändern, auch in den Mainstream-Medien hat eine gewisse Nachdenklichkeit eingesetzt, ob das wirklich reibungslos zu schaffen ist.) Wen die Behauptung der Gendersekte mit dem Narrativ von den unzähligen sozial gemachten Geschlechtern nicht überzeugt: sexistisch = RECHTS. Wer nicht glauben will, dass islamistische Gewalttäter nichts mit dem Islam zu tun haben: islamophob = RECHTS. Wer Toleranz gegenüber Vollverschleierung ablehnt, solange Muslime Frauen als Saatfeld betrachten und Homosexuelle töten: RECHTS.

Manche, früher für liberal gehaltene Zeitungen, verdienen sich Fleißkärtchen: Prof. Jörg Barberowski äußert sich kritisch zur Flüchtlingspolitik. Der Berliner Tagesspiegel übernimmt die Antifa-These, dass B. rechtsextrem wäre.

Hendrik Broder schreibt, dass der Tagesspiegel sich erkundigt hätte, ob man der „Achse des Guten“, Broders Blog, nicht Rechtspopulismus unterstellen könnte.

Der Tagesspiegel kommentiert Boris Palmers (Grüne) Vorschläge zur Flüchtlingspolitik als „CSU“ bei den Grünen. Kein Wort darüber, ob der Inhalt diskutabel ist oder nicht.

Der Publizist Sascha Lobo setzt der linken Rechts-Paranoia die Krone auf: Herr Lobo hat den „Aber-Nazi“ kreiert. Das wäre jemand, der sagt, ich bin kein Nazi, aber die Flüchtlingspolitik unserer Regierung gefällt mir auch nicht. Was tun? Führerscheinentzug, Ausbürgerung, Büroreinigung bei Frau Kahane?

 

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