Neue Sicht auf IMs?

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Während bisher eine IM-Tätigkeit so ziemlich das schlimmste zu sein schien, dessen man sich in der DDR schuldig machen konnte, zeichnet sich dank der Beliebtheit der ehemaligen IM Anetta Kahane bei den meisten Mainstream-Medien eine neue, nachsichtige Betrachtung der IM-Tätigkeit ab.

Anetta Kahane wird zugute gehalten, dass sie ja die Mitarbeit im MfS aufgekündigt hätte. Nach acht Jahren, nach einem Zuständigkeitswechsel von einer MfS-Bezirksverwaltung zur Hauptverwaltung. Auch hätte sie niemandem geschadet, weiß die Presse zu berichten. Die Zusammenarbeit mit der Stasi muss schon eng gewesen sein, wenn sie weiß, dass ihre Spitzelberichte keine negativen Folgen gehabt hätten. Wurden die Spitzel denn darüber informiert, was ihre Denunziationen angerichtet hatten? Hat sie grundlos IM-Karriere gemacht?

Ist das jetzt das neue Narrativ: Ich habe keinem geschadet, ich habe von mir aus nach vielen Jahren gekündigt?

Da das Antidiskriminierungsgesetz zugunsten bisher noch nicht erfasster diskriminierter Personengruppen erweitert werden soll: Wie wäre es mit der Entschädigung von IMs, die aufgrund ihrer IM-Tätigkeit ihre politische Karriere beenden mussten oder ihren Job verloren?

Wetten, dass Frau Kahane früher oder später das Bundesverdienstkreuz erhalten wird?

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