Genderismus und Holocaust

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Auch die Geschichtswissenschaft ist inzwischen vom genderistischen Virus befallen: Eine Historikerin einer britischen Universität, Anna Háiková, derzeit in Erfurt lehrend, bejubelt den Tod des hoch angesehenen Holocaustforschers Fritz Stern: „Die alten weißen straigthen Männer sterben. Jetzt können wir die Geschichte (sic!) revolutionieren.“ Fritz Sterns Pech: er war alt, anscheinend straight und nicht queer.

Frau Háiková ist Vorsitzende der tschechischen Gesellschaft für „Queer Memory“. (Siehe FAZ v. 30.6.16, p 9: „Die Greisenfresser kommen“, von Lorenz Jäger).

Es konnte nicht ausbleiben, dass sich die Genderwissenschaftler_Innen auch des Holocausts bemächtigen. Die US-amerikanische Historikerin Wendy Lower revolutioniert in Profx Háikovás Sinn die Geschichtswissenschaft: Sex und Gewalt, autoritäre weibliche Charaktere, sexuelle Projektionen weißer deutscher heterosexueller Frauen auf  Jüdinnen. Wie fast immer bei genderistischen Studien, so auch hier, rühmen sich die Autor*Innen, neue Forschungsfelder geöffnet zu haben. Das stimmt auch hier nicht. Es gibt Studien zur Rolle von Frauen im Nationalsozialismus (u. a. Helga Schubert, Judasfrauen; Jutta Mühlenberg, Das SS-Helferinnenkorps). Die genderistische Zuspitzung in Lowers Fall: „Hitlers Furien“ (so der US-Titel) hätten tausendfach an Erschießungen von Juden teilgenommen. (Sie errechnet aus einer Handvoll, z. T. zweifelhafter Fälle, diese Dunkelziffer. Die aktive Teilhabe von Frauen am Holocaustgeschehen hätte dem sozialen Aufstieg gedient. Frauen hätten den Massenmördern Erfrischungen gereicht und weibliche jüdische Häftling hätten bei wilden nächtlichen Partys von NS-Funktionären mit Wehrmachtshelferinnen den nackten Pärchen Delikatessen ans Bett bringen müssen.

Die Gendersekte ist in den Medien, in Ministerien und Hochschulen bestens vernetzt. Kein Wunder also, dass die Bundeszentrale für politische Bildung das Buch sofort ankauft und preisgünstig an Mittler*innen politischer Bildung abgibt. Der Besprechungsdienst H-Soz-Kult der Berliner Humboldt-Universität ist sehr angetan von dem Buch. Es bleibt der FAZ, die sich nur selten einen Hauch von Gender-Sympathie leistet, vorbehalten, zwei Holocaust-Fachpersonen Gelegenheit zu geben, nachzuweisen, dass Frau Lower ungenau zitiert, Quellen angibt, die nichts belegen, erst gar nicht belegt, was sie behauptet, Urteile unterschlägt und Gerichten, die wegen unklarer Zeugenaussagen zu Freisprüchen von „Hitlers Furien“ gelangten, Voreingenommenheit vorwirft.

(Ruth Bettina Birn und Volker Rieß, Sex, Crime und Frauen im Völkermord, FAZ v. 7.7.16, p. 14)

Update 13.7.16: Die Welterklärungsanspruch der Gendersekte zeigt sich auch beim Brexit. eine genderkompetente Mitarbeiterin des grünen Heinrich-Böll-Instituts sieht die Britinnen und sicher auch all die anderen, nicht-männlich weißen heterosexuellen Geschlechter gefährdet, weil sie bald des Schutzes der genderistischen Maßnahmen der EU entbehren müssen. (via Science Files)

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Ein Kommentar zu „Genderismus und Holocaust

    […] Der gelöschte Absatz zu Fritz Stern steht jetzt hier.) […]

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