Satire-Journalismus (2)

Gepostet am Aktualisiert am

Der Trend ist schon längst da und viel größer, als ich im letzten Beitrag schilderte. Es gibt eine Plattform für Satire-Journalismus, realsatire.de, gefördert u. a. von Kai-Dieckmann, dem Bild-Chefredakteur. Was naheliegt, denn Bild ist schon immer Satire-Journalismus, wenn auch eigener Art, gewesen. Günter Wallraff hatte einmal im Steidl-Verlag 1985 sein Bilderbuch mit Schlagzeilen der Bild veröffentlicht.(Ich hatte einen halben Klassensatz in der Schulbibliothek, weil damals beim Thema Zeitung die Bild im Mittelpunkt stand; die Bändchen wurden im Lauf der Zeit fast alle geklaut. Ich tröstete mich damit, dass die Schulbibliothek so einen Beitrag zur Volkserziehung leistete.)

Kostproben: SPD will wieder an unsere Brieftaschen; Gastarbeiter am Steuer: Tote und Verletzte, Mann beim Abwaschen ertrunken, Willy Brandt: Kohl ist gar nicht so schlecht.

Wallraff wurde berühmt, weil er sich unter falschem Namen und verkleidet in eine Bild-Redaktion eingeschlichen hatte und so hautnah die Manipulationstricks der Zeitung kennenlernte. Im Buch „Der Aufmacher“ hat er sie dokumentiert.

Nun spielt Wallraff altersmilde Tischtennis mit Bild-Chef Dieckmann und macht so Werbung für Satire-Journalismus

Julia Müller vom Berliner Tagesspiegel kann sich vorstellen, dass Satire-Journalismus die Zukunft der Nachrichtenvermittlung ist. Das Gute daran wäre, dass der Tagesspiegel überflüssig würde.

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