Streit um die DDR-Aufarbeitung

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„Wenn man sich heute das extremistisch, vorwiegend rechtsextremistisch infizierte Ostdeutschland anschaut – NSU und Pegida sind nur die Leuchttürme der auf lange Zeit verstrahlten Regionen, die im gesamten ehemaligen Ostblock nationalistische und rechtsextreme Pendants und Bewegungen kennen –, dann kann man ja gar nicht anders, als zu konstatieren, dass der geschichtspolitische Auftrag der staatlich geförderten Aufarbeitung gescheitert ist.“

Sascha-Ilko Kowalczuk hat bei Gelegenheit der Rezension eines Buches über die Zukunft der DDR-Forschung die bisherige Forschung, deren öffentliche Vermittlung  und insbesondere die Stiftung Aufarbeitung heftig kritisiert.

Das Buch enthalte keine überzeugenden Vorschläge, es sei von der Stiftung initiiert, die sich zukünftig mehr auf Forschung und weniger auf Vermittlung der DDR-Geschichte konzentrieren wolle. An den Unis führe die DDR-Forschung ein Nischendasein, ältere westdeutsche Historiker seien tonangebend.

Besonders enttäuscht ist er, dass die geschichtspolitische Aufgabe der Aufarbeitung und Aufklärung grandios gescheitert sei. Die von den Kommunisten gezüchteten Einstellungen hätten, wie überall im postsowjetischen Raum, fatale Auswirkungen. (Siehe das Zitat zu Beginn des Beitrages!)

Unabhängig davon, ob man Kowalczuks Kritik teilt oder ablehnt, problematisch ist die Nicht-Veröffentlichung des Textes auf der Plattform H-Soz-Kult der Berliner Humboldt-Universität. Erst wurde der Aufsatz akzeptiert und die Veröffentlichung vorbereitet, dann wurde er doch nicht eingestellt. Die Begründung: Es wäre keine Rezension eines Buches, sondern ginge weit darüber hinaus. Die Redaktion will aber, dass der Stil der Textsorte Rezension gewahrt bleibt.

Kowalczuks Text erschien nun in der taz.

(via Christian Füller in Cicero)

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Ein Kommentar zu „Streit um die DDR-Aufarbeitung

    […] gleichen Themen, einfallslosen Forschern usw. die Rede ist. Da hätte er durchaus konkreter werden können. Allerdings spricht ihn der Interviewer auch nicht darauf an. (Siehe auch hier im […]

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