Der Rote Kakadu

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In der Liste der Medien der „Ampelmännchen und Todesschüsse“ – Medienkiste wird ergänzend der Spielfilm „Der Rote Kakadu“ genannt:

2006, 128´, Regie Dominik Graf, FWU-04602383, bei Bildstellen/Medienzentren ausleihbar, freigegeben ab 12; ich hätte eher 16 empfohlen.

Im „Roten Kakadu“, einem legendären Tanzlokal in Dresden, wird zu westlicher Musik wild gefeiert und getanzt. Luise, eine junge Dichterin und überzeugte Sozialistin, und ihr lebenslustiger Ehemann Wolle gehören zur Rock ’n‘ Roll-Szene. Als die Volkspolizei einer Tanzveranstaltung im Park gewaltsam ein Ende setzt, lernt Luise den 20-jährigen Bühnenmaler Siggi kennen, der sich in die Lyrikerin verliebt. Siggi findet schnell Anschluss an die Kakadu-Clique, deren Treiben zunehmend ins Visier der Stasi gerät. Als es zum Prozess gegen die Kakadu-Clique kommt, stellt sich für die Freunde einmal mehr die Frage: Weggehen oder bleiben?

Rückblickend aus der Perspektive Jugendlicher schildert Regisseur Dominik Graf in seinem Film ein Stück Lebens­geschichte aus der DDR kurz vor dem Bau der Berliner Mauer 1961. Es geht auch um das Lebens­gefühl und die Zukunftspläne junger Menschen, so dass den heutigen Jugendlichen zahlreiche Identi­fikationsmöglichkeiten geboten werden und die Bereitschaft befördert wird, sich mit der DDR-Geschichte intensiver zu befassen.

Es gibt eine DVD „Der rote Kakadu – Filmausschnitte und Informationsmaterial für den Unterricht, 36´, FWU 04602384. Das Filmheft der Bundeszentrale liegt (nicht in allen Medienkisten) bei (http://www.bpb.de/publikationen/1B80MJ,0,Der_Rote_Kakadu.html ).

Besonders brauchbar im Film oder auf der Arbeits-DVD: Die Eingangsszene: Vopo knüppelt auf Rock´n Roll-Fans ein. (Clip VTS_01_1)

 

Im Zusammenhang mit dem Gebot der Ausgewogenheit und dem Verbot der Überwältigung bei der Behandlung der DDR im Unterricht fällt mir der Film wieder ein. Ob meine Empfehlung (der fett geschriebene letzte Satz oben im Zitat) Schüler überwältigt?

Jetzt gibt mir Hans Günther Brée seinen Stichwortzettel, den er für eine Filmanalyse mit Kollegen seiner ehemaligen Schule vorbereitet hat. Den finde ich so hilfreich, dass ich jetzt sogar empfehlen würde, den gesamten Spielfilm im Unterricht einzusetzen. Ich danke ihm für die Erlaubnis, das Papier hier einzufügen.

Damit gehört der Film, ähnlich wie Klaus Kordons Buch „Das Krokodil im Nacken“ für mich zu den Medien, mit denen exemplarischer Unterricht gelingen könnte. Das ist für das DDR-Thema von besonderer Bedeutung, da nur sehr wenige Stunden zur Verfügung stehen. Wochenlange Unterrichtseinheiten, in denen mehr oder weniger systematisch Stoffhuberei betrieben wird, verbieten sich alleine deswegen schon.

 

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