Die Privilegien der kommunistischen Eliten

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Gerne wird über den verschwenderischen Lebenswandel der Reichen und Schönen im Kapitalismus gelästert. Wieso eigentlich macht man Kapitalisten zum Vorwurf, dass sie kapitalistisch leben? Müsste man ihnen nicht zugute halten, dass sie mehr Geld ausgeben als Arme und damit die Wirtschaft stärken? Sie sind konsumfreudiger, sie schaffen Arbeitsplätze für Chauffeure, Friseure, Gärtner, Köche. Sehr wahrscheinlich konsumieren sie nicht nur, sondern investieren auch, was ja für die Mehrheit der Bevölkerung auch nicht von Nachteil ist, weil es Arbeitsplätze schafft.

Müsste man dagegen nicht bei denen genauer hinsehen, die den Kapitalismus abschaffen (wollen), Kapitalisten enteignen, einsperren und totschlagen? Wie leben die eigentlich?

Das Eigentümliche ist, dass die kommunistischen Eliten, wenn sie an der Macht sind und die Reichen enteignet haben, nichts besseres wissen, als selbst Wein zu trinken, aber Wasser zu predigen.

Schon Lenin hat sich in den ersten Tagen nach seinem Putsch 1917 aus der Kantine im Smolny besseres Essen bringen als das, was es für die Genoss*innen gab.

Der nordkoreanische Führer z. B. wohnt in mehreren Palästen.

Die chinesischen Parteikader verstehen sich als Gralshüter des Marxismus. Dass sie und ihre Kinder Millionen auf dem Konto haben, ändert daran nichts.

Während normale Kuba-Touristen begeistert die pittoreske Armut in Havanna fotografieren, leben die Kader mit ihren Spezial-Krankenhäusern, -Restaurants und -Läden keineswegs ärmlich. Ist das auch der Grund, warum Linksparteiler und verdi-Gewerkschafter so gerne bei den kubanischen Genossen Urlaub machen?

In Nicaragua stehen der sozialistische Diktator Ortega und sein Clan auf Platz 1 der Liste der reichsten Bürger des Landes. In Venezuela, dem gelobten Land einiger Linksparteipolitiker, ist es nicht viel anders. Die Elite verdient am Schmuggel und organisiert die Warenverteilung.

In Deutschland hielt man der DDR-Elite ein eher kleinbürgerliches Leben in Wandlitz zugute. Der berühmte TV-Film über den bescheidenen HO-Laden dort wurde gedreht, nachdem aus den Regalen die Westwaren verschwunden waren. Wie gut die Elite dort gelebt hat, kann man aber nachlesen in der Enquete „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“. Aber wer tut das schon? Wenn ein deutscher Bundeskanzler so viele Dienstwagen wie Honecker gehabt hätte, wäre das ein Riesenskandal gewesen. Frau Honecker hat im Elite-HO in Wandlitz im Jahr für 100.000 Mark eingekauft. Rechnungen wurden keine gestellt. Sie bestritt diese Einkäufe in der Enquetekommission mit dem Hinweis, der Laden hätte um 17 Uhr geschlossen, da wäre sie noch in Berlin gewesen.

51l3ha2amil-_sx355_bo1204203200_Wer mehr wissen will, sollte auch zur Hand nehmen: Volker Klemm, Korruption und Amtsmissbrauch in der DDR, Stuttgart, DVA 1991.

Die kleine Insel Vilm an der Südküste Rügens wurde für Normalbürger gesperrt und von der Landkarte getilgt. Dort ließ sich die DDR-Spitze Ferienhäuser bauen – Marke Privileg(!). Häuser und Einrichtung stammten aus Westdeutschland, z. B. die Armaturen, der Kühlschrank, der Herd mit Ceram-Feld (zu einer Zeit, als das auch in Westdeutschland noch kaum verbreitet war). Westfernsehen gab es störungsfrei.

Von Frau Dr. Wagenknecht, die von einem kreativen Sozialismus schwärmt, einst Stalin und jetzt Hugo Chavez und Nachfolger bewundert, ist bekannt, dass sie in Brüsseler Luxusrestaurants ein- und ausging und schnelle Autos liebt. Nur Fotos davon mag sie nicht. Ihr Mann hatte als Ministerpräsident in der Kantine seiner Staatskanzlei einen Sternekoch eingestellt.

Tank-Gutscheine für alle fordert die Linkspartei heute nicht. In der DDR gab es immerhin schon Tank-Gutscheine für die Kinder der Elite.

Die doppelte Moral der kommunistischen Kader finde ich schlimmer als den zur Schau gestellten Luxus kapitalistischer Reicher.

 

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