Lesetipp: Die Planwirtschaft der DDR

Gepostet am Aktualisiert am

Planwirtschaft ist das am meisten vernachlässigte Thema bei der DDR-Aufarbeitung und beim Unterricht über die DDR.

Über andere Aspekte der SED-Diktatur redet man lieber: Schule, Kita, Frauenemanzipation, Leseland DDR. Das verlangt weniger Sachkenntnis und manche können da auch den Staat schönreden. Überhaupt: Die DDR wird in der Erinnerung immer schöner, kuschliger und sozialer als sie es je war.

Das Thema Planwirtschaft ist schwieriger. Man muss als Referenzsystem die Funktionsweise der Marktwirtschaft kennen: die Rolle des Preises, die Funktion des Wettbewerbs, die Rolle des Staates, die Bedeutung des Unternehmers.

Die marxistische Produktionsweise ohne Wettbewerb und Kostenbewusstsein, aber mit zentraler Lenkung und Planung bis zum Schnürsenkel und der Zahnbürste bedingt einen gigantischen, teuren Staatsapparat, führt zu Korruption und Misswirtschaft. Es gibt keinen Anreiz zur Schonung der Umwelt oder der Ressourcen und zur Innovation.

Irgendwo habe ich dieses treffende Bild gelesen: Planwirtschaft ist so, wie wenn man einen Maikäfer zerlegt und dann versuchr, seine Einzelteile wieder zusammenzufügen und sich wundert, dass er nicht mehr lebt.

Prof. André Steiner hat mit „Von Plan zu Plan“ eine Geschichte der DDR-Planwirtschaft geschrieben. Jetzt gibt es von ihm eine Darstellung, die wegen ihrer Kürze für die politische Bildung besonders gut geeignet ist:

Die Planwirtschaft der DDR, von André Steiner, hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung, Thüringen, 2016

Siehe u. a. auch hier im Blog: Planspiel „Planwirtschaft“
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