Sind die Ereignisse von Köln ein Zeichen für die Integration von Flüchtlingen?

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Man könnte es meinen, wenn man die Zeitung liest: Atemberaubende Volten werden geschlagen, um die Ereignisse der Silvesternacht in über einem Dutzend deutscher Städte zu relativieren und zu banalisieren. Die Narrative blühen. Jakob Augstein im Spiegel kann den Kölner „Flashmob“ nicht den Juden, den USA oder der NATO in die Schuhe schieben, deshalb tut er das bisschen Gegrapsche ab. Die belästigten Frauen seien den Geflüchteten doch sozial überlegen. Andere Angehörige unserer medialen und politischen Elite geben das Geschehen zu, relativieren es aber sofort:

Das passiere an Karneval und beim Oktoberfest (s. u.) genauso.

Die „autochthonen“ Männer im Land der „rape culture“, also in Deutschland, wären auch nicht besser, schreiben die Feministinnen Andrea Dernbach und Dagmar Dehmer im ehemals liberalen Berliner Tagesspiegel. Für Dunja Hayali vom ZDF ist es egal, ob es Ausländer waren, Vergewaltiger wären in jedem Fall Arschlöcher. Das musste in diesem Augenblick endlich einmal gesagt werden. Die Grüne Claudia Roth warnt davor, alle Geflüchteten zu verdächtigen. Schon bemerkenswert, wie sich links fühlende Genderist/-innen und PolitikerInnen die nordafrikanischen Männer in Schutz nehmen.

Für Genderisten und Feministen sind Köln und die unzähligen anderen Orte, wo das gleiche passiert ist, allerdings ein GAU. Das bewährte Bild vom heterosexuellen, weißen, rassistischen Vergewaltiger wird erweitert. Jetzt ist es der Sexualneid der alten weißen Männer auf die potenteren, jüngeren dunkelhäutigen Männer, der dazu führt, den Kölner „Karneval der Underdogs“ (Salonkommunist Slavoj Zizek, der bei Spiegel, Zeit und Frankfurter Sonntagszeitung beliebte Vielschreiber) schlimmer zu reden, als er wäre. Ganz zu schweigen von den Frauen, die jetzt aus fremdenfeindlichen Gründen gefakte Anzeigen wegen übergriffiger Dunkelhäutiger bei Polizei stellen würden. (Eine journalistische Meisterleistung des Tagesspiegels!)

Die Professorin für Mode und Genderismus, Prof. Barbara Vinken, hebt völlig ab: „Der Raub der Sabinerinnen, uns werden die Frauen weggenommen, unsere Frauen werden fertiggemacht von bösen fremden Männern.“ Das wäre eine bewusste Provokation der weißen Männer gewesen, deren Schwachstelle Sexualangst den (immerhin; GS) „kriminellen Banden“ unter den Flüchtlingen bekannt gewesen sei.

Dann entschwebt Frau Prof. Dr. Vinken der Kölner Realität völlig:

Sie schwärmt vom Orient der Vergangenheit. Balzac hätte ihn geschildert: Damals konnten die Männer noch leidenschaftlich lieben und ihr ganzes Interesse hätte den Frauen gegolten. Damals wären die Männer noch nicht ganz auf ihr eigenes Fortkommen, auf ihre Karriere kapriziert gewesen, sondern hätten sich noch den schöneren Seiten des Lebens gewidmet, dem höfischen Umgang, der Höflichkeit, dem Flirt, der Liebe und der Leidenschaft. (Nachzulesen sind diese erotischen Tagträume der Mode- und Genderwissenschaftlerin auf SWR2; zuletzt angeschaut am 7.2.16)

Wer die hohe Zahl der Vergewaltigungen in Schweden thematisiert, wird dort mitunter als Rassist bezeichnet. In Schweden, in Groß-Britannien (Rotherham!) und zuletzt in Deutschland haben Polizei und Presse aus Gründen der politischen Korrektheit entsprechende Nachrichten zurückgehalten oder ohne genauere Täterangaben gebracht, aus Angst, kritisiert zu werden.

Die Sprecherin der Antifa-Gruppe „Köln gegen Rechts“, betont zwar vorbehaltlos, „dass die gewalttätigen, sexuellen Übergriffe an Silvester durch nichts zu entschuldigen seien“, weiß aber, dass die Pegida-Männer „weitgehend selbst aus sexistischen und gewalttätigen Milieus“ stammten (Hier gefunden.) Ihre Gruppe rief mit dieser Parole dazu auf, Pegida NRW zu stoppen: „Nein zu sexueller Gewalt! Nein zu rassistischer Hetze!“.

Man weiß schon länger, was sich in den Vorstädten der französischen Großstädte abspielt. Unsere Sozialwissenschaftler/-innen erklären das gerne mit fehlenden Lehrstellen und armutsgefährdeten Familien:

„Es gibt in Frankreich, zugespitzt, inzwischen eine Monokultur der muslimischen Zuwanderer auf der einen und den französischen Staat auf der anderen Seite, der, gerade weil die meisten arabischen Migranten davon abhängig sind, zutiefst verachtet wird. Polizei, Feuerwehr, Ärzte, Krankenhäuser und Schulen sind dabei die beliebtesten Angriffsobjekte der Gangs, da sie den verhassten französischen Staat verkörpern. Es gibt in den Banlieues keine existierende Zivilgesellschaft mehr, sondern ethnische und religiöse Bindungen, die bürgerkriegsähnliche Zustände erzeugen und wo insbesondere junge Frauen keinen staatlichen Schutz mehr erfahren.

2003 gründete sich in Frankreich die Gruppe „Ni putes ni soumises“ („Weder Huren noch unterwürfig“), die auf die Lage der jungen Frauen in den Banlieues aufmerksam machte. Besonders bekannt wurde dabei Samira Bellil mit ihrer Autobiografie „Dans l’enfer des tournantes“, die unter dem Titel „Durch die Hölle der Gewalt“ auf Deutsch erschien. Sie erzählt die verzweifelte Situation junger Frauen in den von maghrebinisch-muslimischen Jugendgangs dominierten Stadtteilen Frankreichs. Das Buch ist nur schwer auszuhalten, da es eine bis in die letzte Faser verrohte Gegengesellschaft zeigt.

Es gibt in den hauptsächlich arabischstämmigen Gangs keinerlei Reue für die abscheulichsten Taten an Mädchen und Frauen, im Gegenteil, man brüstet sich noch damit und steigt im Ansehen seiner Spießgesellen.

Hierzulande hat das Buch von Bellil kaum einer wahrgenommen.“

Auszug aus: Alexander Meschnig auf „Achse des Guten“ am 15.1.2016. (Vorsicht, laut Tagesspiegel ein rechter Blog!)
Ebenfalls auf Achse des Guten: „Heiko Maas: Verschleiert Euch!“ von Frank A. Meyer.

Eine bitterböse Stellungnahme von Prof. Gunnar Heinsohn zum Problem mit den  muslimischen Jungmännern.

Nachtrag: Andrea Dernbach, Genderjournalistin des Berliner Tagesspiegels, hat ein neues Thema, in dem sie ihre Recherchekompetenz zu beweisen versucht: Sie berichtete kürzlich von blühenden jüdischen Gemeinden im Iran. Das musste ich zweimal lesen, bevor ich es verstand. Ob sie wirklich den Iran besucht hat und das Kopftuch, das auch weiße, nicht-muslimische europäische Frauen dort tragen müssen, den Blick begrenzt hat, ob sie von Roger Cohens Artikel in der New York Times inspiriert war, der aber lediglich davon schreibt, dass man die Juden im Iran einigermaßen in Ruhe lässt, sofern sie sich nicht politisch äußern?

Dass Juden in der arabischen Welt von Anfang an geduldet sind und Tür an Tür mit ihnen leben, mag für Frau Dernbach neu sein. Warum der Tagesspiegel das ins Blatt nimmt und nicht die Teheraner Ausstellung mit Karikaturen über den Holocaust?

Update 2. September 2016: In der FAZ wird heute, ein Jahr nach der Grenzöffnung für Kriegsflüchtlinge, Asylbewerber und Einwanderer, thematisiert wie die Medien, Zeitungen und ARD/ZDF, bis vor kurzem das Publikum zur Willkommenskultur, zu Toleranz, Offenheit, Engagement gegenüber allen Flüchtlingen aufforderten und kritische Fragen oder Unbehagen an der Situation ausblendeten. Wer nicht mitjubelte, galt als Rechtspopulist, als Dunkeldeutscher, als Rassist.

Zu den eifrigsten Jubilierern gehörte Die Zeit. Daher verblüfft es mich, jetzt in dem o.a. FAZ-Artikel, über den Chefredakteur Giovanni di Lorenzo zu lesen, der dem Cicero gesagt hat: Ihn hätte im zurückliegenden Jahr so sehr geärgert, „dass eine von der Politik der Bundesregierung abweichende Meinung, manchmal auch schon kritische Fragen, unter den Generalverdacht gestellt wurden, man habe etwas gegen Flüchtlinge oder betreibe das Geschäft der Populisten. Kaum verstehen kann er jetzt die „anfängliche“ Euphorie der Journalisten. Er gibt sogar zu, dass seine eigene Zeitung „anfänglich“ mitgemacht habe. „Wer im Glashaus sitzt…“ kommentiert das Michael Hanfeld in seinem FAZ-Artikel.

Update 10.12.16: Der bei Genderistinnen beliebte Vergleich der Silvesterereignisse mit dem Oktoberfest (deutsche „rape culture“), von den Damen bei Spiegel Online, taz, Morgenmagazin von ARD/ZDF, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadtanzeiger gerne übernommen, hat die Münchner Polizei nicht amüsiert. Ihre Zahlen sehen etwas anders aus.

(Der nachfolgende Text ist jetzt unter dem Link zu finden.)

Nachtrag 20.4.17: Die „Meisterleistungen“ von Frau Dernbach sind unendlich. Jetzt hat die Islam- und Genderexpertin die „fortschrittlichen Moscheen“ entdeckt. Sie warnt vor einem Generalverdacht gegen Moscheen und Muslime angesichts der islamistischen Terroraktivist*innen in Deutschland.

Frau Dernbach gibt einem Migrationsforscher das Wort, der erkannt hat, dass nicht zuletzt Thilo Sarrazin schuld an der fehlenden Integration der Türken ist. Der Forscher beginnt übrigens, wie Frau Özöguz und Claudia Roth, damit, dass doch nur 14 % der türkischstämmigen Erdogans Verfassungsänderung zugestimmt hätten. Immerhin gibt er dann zu, dass er eigentlich nicht weiß, wer wie warum abgestimmt hat.

Nachtrag 16.6.17: Dass die Riege der grünlinken Genderisten, Feministen, Migrationsforscher und Medienschaffenden sich nur für Kolonialismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie usw. interessiert, wenn man damit weiße Männer angreifen kann, ist offensichtlich. Wenn Feministinnen usw. die verschiedenen Formen der Verschleierung muslimischer Frauen als Ausdruck ihrer Selbstbestimmung sehen, nichts von arabischem Kolonialismus und Verachtung von Schwarzen wissen wollen, ist das ein Zeichen für ideologische Scheuklappen und macht sie unglaubwürdig.

Interessant in diesem Zusammenhang ist das dröhnende Schweigen der einschlägigen islamophilen Szene angesichts des Mordanschlags von Manchester, der überwiegend junge Mädchen und Frauen traf. Nur ein Beitrag in Emma, macht darauf aufmerksam.

Immerhin, Frau Dernbach hat ihn bis jetzt noch nicht mit der deutschen Rape culture in Verbindung gebracht. Und keine Genderistin oder Islamforscherin hat bisher behauptet, die Mädchen wären selbst schuld. Wer leicht bekleidet bis spät in die Nacht unterwegs sei, sei selbst dran schuld, behaupten Muslime, wenn sich Gläubige provoziert fühlten.

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Ein Kommentar zu „Sind die Ereignisse von Köln ein Zeichen für die Integration von Flüchtlingen?

    […] Wer bei „alten Säcken“ und Alten überhaupt von einer dunklen Ahnung befallen wurde, wundert sich nicht zu lesen, dass die Genderisten längst das Thema gekapert haben. Die „alten weißen Männer“ waren ja schon bei den Silvesterereignissen eine beliebte Redefigur, um den angeblichen rassistischen, kolonialistischen und sexistischen Urgrund der Erregung über dunkelhäutige Nordafrikaner aufzudecken. […]

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