Das Berliner Deutsche Theater in den 90er Jahren

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Wolfgang Eberth war 1991-1996 Chefdramaturg des Deutschen Theaters in Berlin. Es war das vormalige Staatstheater der DDR. Trotz gut gemeinter Warnungen übernahm er die Aufgabe.

In seinem Buch „Einheit“, dem Tagebuch jener Jahre,  beschreibt er das Desaster, das er durchleiden musste: Das Theater blieb eine Festung von DDR-Kulturschaffenden und solchen, die vorher Dissidenten waren, dann aber ihre Liebe zum verschwundenen Staat entdeckten, allen voran Heiner Müller.

Intendant Thomas Langhoff, Sohn des einst von den Nazis vertriebenen und später von der SED als Intendant verjagte Wolfgang Langhoff, scheiterte am eingeschworenen Ost-Ensemble, das durchsetzt war mit ehemaligen Spitzeln und SED-Mitgliedern.

Eberth Einheit BuchcoverLanghoff musste noch Mitte der 90er Jahre jedes Ferngespräch anmelden, ein Durchwahltelefon bekam er nicht. Die Korrespondenz an ihn ging zuerst über den Tisch der Verwaltungsdirektorin, ehemals MfS. Die neuen West-Schauspieler im Ensemble wurden verachtet.

 

Dass nach dem Verglühen der DDR sich nicht alles in Friede, Freude, Eierkuchen auflöst, hat niemand erwartet. Produktiv wäre jetzt, nicht in die alten Schützengräben zurückzukehren, sondern dieses Buch offen zu diskutieren.

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