Rechtspopulistische Linksalternative

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Zur gut vernetzten linken Szene in Potsdam gehört auch das „linksalternative“ Kulturzentrum Freiland. Es liegt auf einem ehemaligen Firmengelände, das jetzt einer städtischen Firma gehört. „Freiland“ wird mit Krediten städtischer Firmen und Zuschüssen der Stadt unterstützt. Auch der AStA der Universität Potsdam steuert sein Scherflein bei.

Die Stadtverwaltung ist zurzeit heftig bemüht, Unterkünfte für Einwanderer zu finden bzw. zu schaffen. Die Flüchtlingsbetreuung gelingt bisher in Potsdam besser als in manchen anderen Kommunen. Nun plant sie eine Leichtbauhalle auf einem städtischen Grundstück neben dem „Freiland“-Gelände.

Darüber hat sie auch das Gespräch mit den linksalternativen Nachbarn von Freiland gesucht. Zur Überraschung der Stadt antworten diese mit einem Offenen Brief, in dem sie die Unterbringung neben ihrem Grundstück ablehnen. Sie wollen für die Einwanderer menschenwürdige feste Unterkünfte und schlagen der Stadtverwaltung mehrere Liegenschaften vor, die den Vorzug haben, weit weg von Freiland zu sein. Neben der angeblichen Sorge um das Wohl der Flüchtlinge verlangen sie aber auch unverblümt, dass die Flüchtlingsunterkunft nicht das Treiben auf dem Freilandgelände stört, d. h. die linksalternativen Partys, Kulturveranstaltungen und die Kommunismus-Seminare.

Die Gebäude, die die Verfasser/-innen des Offenen Briefes nennen, sind von der Stadt meist schon geprüft (und wegen Mängeln verworfen worden) oder werden gerade umgebaut. Eines ist gerade dabei, Zentrum für Kunstschaffende zu werden (und so den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu verhindern).

Erstaunlich, wie schnell das St.-Florians-Prinzip bei bei deutschen Linksalternativen zündet: Rechtspopulismus von links.

Kompliment an die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN): Sie kommentieren die Freiland-Initiator/-innen kritisch. Bisher war ich es gewohnt, dass die PNN jeden Zwischenruf linksextremer Stadtverordneter und jede Parole („Sarrazin halts Maul!“) unkritisch in Wort und Bild weitergeben.

Update 10.10.15: Die Stadtverwaltung wollte in einer Freiland-Halle eine Informationsveranstaltung für die Anwohner der nebenan geplanten Unterkunft für 80 Einwanderer durchführen. Das verbittet sich ein „basisdemokratisches“ Plenum der Freiland-Aktivist/-innen.

Siehe auch hier!

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2 Kommentare zu „Rechtspopulistische Linksalternative

    […] Update: Linksextremisten wollen keine Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft. […]

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    […] Wenn die Stadtverwaltung Platz für Geflüchtete sucht, wehren sich die Freiland-Genossen erfolgreich. Eine Nachbarschaft zu Freiland, wo oft laut gefeiert würde, wäre für die traumatisierten Geflüchteten eine Belastung. […]

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