Ex-Stasi-Journalisten im Deutschen Journalistenverband

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Der Berliner Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) steht unter dem Verdacht MfS-Informant gewesen zu sein. Kontakte hat er inzwischen eingeräumt, aber eine Verpflichtungserklärung hätte er nicht unterzeichnet.

So ist das, wenn man nach der Friedlichen Revolution definiert, dass ein MfS Zuträger nur gewesen sein kann, der dafür unterschrieben hat.

Zwei der fünf Landesvorstandsmitglieder des DJV in Sachsen-Anhalt stehen unter IM-Verdacht. Einer war mehrere Jahre hauptamtlich beim MfS gewesen. Der Leiter des DJV-Sozialwerks war ebenfalls IM.

Da die beiden Landesvorstandsmitglieder ihr Amt nicht niederlegen wollten, trat der Gesamtvorstand zurück. (Wie auch immer das gehen mag.)

Eigentlich verwunderlich, dass nicht mehr Fälle bekannt wurden. Journalisten, vor allem für den Politik- und Wirtschaftsteil der Zeitung, mussten absolut regimetreu sein.

Die Ausbildungsstätte für sozialistischen Journalismus, offizielle eine Abteilung der Karl-Marx-Universität Leipzig,  hieß „das Rote Kloster„. Sie unterstand der Abteilung Agitation im Zentralkomitee der SED.

Alle zum Studium zugelassenen Studenten wurden vom MfS überwacht, als zukünftige Informanten betrachtet und auf Mitarbeit angesprochen. Etwa 5.000 Absolventen gab es. Nicht alle konnten zur scharfen Waffe der Partei im Kampf gegen den Kapitalismus geschmiedet werden. Im Roten Kloster studierten auch Reiner Kunze, Helga M. Novak, Maybritt Illner und Daniela Dahn.

Reiner Kunze erhielt in der DDR Berufsverbot und wurde nach Westdeutschland abgeschoben. Der spätere Vorsitzende der DDR-SPD, Ibrahim Böhme, war als IM auf ihn angesetzt gewesen.

Daniela Dahn hat sich vom Sozialismus nicht mehr lösen können und bewegt sich heute zwischen frustrierten Bürgerrechtlern, Linkspartei und SPD.

Mehr über das Rote Kloster bei mauerspecht25

Dieses Buch, erschienen 1978, diverse Auflagen bis m. W. 1997, gibt es inzwischen nur noch antiquarisch – fast geschenkt. Wer mehr wissen will, kommt an ihm nicht vorbei.

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Ein Kommentar zu „Ex-Stasi-Journalisten im Deutschen Journalistenverband

    […] auch hier im Block (u. a. empfehle ich auch das Buch von Brigitte Klump über das „Rote […]

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