Die politische Schönheit der Hauptstadtpresse

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16 Polizisten in Neuruppin verletzt

„Neuruppin – Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande eines Neonazi-Aufmarsches und von Gegendemonstrationen sind am Samstag in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) nach Polizeiangaben 16 Beamte verletzt worden. Sie hätten sich zumeist Prellungen, Schürfwunden sowie Knalltraumata zugezogen, teilte die Polizeidirektion Nord am Montag mit. Außerdem erlitt ein Polizist nach der Attacke eines Gegendemonstranten eine Bissverletzung an der Hand. Ein anderer sei so schwer am Knie verletzt worden, dass er für unbestimmte Zeit dienstunfähig sei, hieß es.

Wie die Polizei weiter mitteilte, beschmierten Unbekannte eine Geschäftsstelle der Linken von außen mit Farbe. Außerdem seien zwei mutmaßliche Brandstifter gestellt worden. Sie sollen Grasflächen während der Demonstrationen im Neuruppiner Stadtgebiet angesteckt haben.

Rund 1400 Menschen hatten am Samstag gegen den Neonazi-Aufmarsch protestiert. Dabei versperrten Demonstranten den rund 600 Teilnehmern aus der rechten Szene den Weg mit Sitzblockaden. Eine Ausweichroute hatten die Organisatoren der rechten Demonstration abgelehnt. Sie beendeten schließlich von sich aus die Veranstaltung. Laut Polizei waren 1500 Sicherheitskräfte aus Brandenburg, Niedersachsen, Hamburg und der Bundespolizei im Einsatz. dpa/PNN“

Dieser Artikel in den Potsdamer Neuen Nachrichten (PNN) machte mich neugierig.

Es wird ja ständig berichtet, dass die Straftaten Rechtsextremer zunähmen. Haben sie jetzt auch Polizisten angegriffen? In dem Artikel war nur von einem gewalttätigen Gegendemonstranten die Rede. Und verletzt hatte sich der attackierte Polizist wohl erst nach der Attacke, wenn ich das richtig gelesen habe. Wie hatten sich die 15 anderen Polizisten verletzt? Hatten Demonstranten oder Gegendemonstranten mit den Verletzungen zu tun? War, wie fast immer bei solchen Gelegenheiten von interessierter Seite behauptet wird, die Polizei selbst schuld? War womöglich ein mit den Gegendemonstranten sympathisierender Polizeihund die Ursache, dass ein Polizist nach einer Attacke eine Bissverletzung erlitt?

Und dies hätte ich schon am Vortag um 11 Uhr auf MAZonline lesen können.

Um der PNN Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: Sie berichtete vom „Kampfgeschehen“ durch eine Art teilnehmende Beobachtung mit Tweets. Der Nachteil ist halt, dass man dabei die Distanz und den Überblick verliert. Aber unterhaltsam ist es. Nur schade, dass die beiden twitternden Kommentatoren der PNN nicht in der Lage waren, einen zusammenfassenden Bericht abzuliefern, sondern den Text von dpa übernahmen.

Nachtrag 23.6.15: Das selbst ernannte Berliner Leitmedium Tagesspiegel, Mutter der PNN, bleibt konsequent auf diesem Kurs der Berichterstattung. Das unsägliche Spektakel der Kulturschaffenden der Aktivistentruppe „Zentrum für politische Schönheit“ wurde vom Berliner Leitmedium auf Twitter und online von gleich fünf Mitarbeiter/-innen „dokumentiert“, z. B. dass Polizisten „über die frisch ausgehobenen Gräber vor dem Kanzleramt trampelten“. Die taz konnte der Aktion nichts abgewinnen, die Tagesspiegel-Reporter/-innen müssen es geil gefunden haben.

Die Aktion der Kulturschaffenden hatte einen ersten Akt, bei dem die Leiche einer Frau, die im Mittelmeer ertrunken war, in Sizilien exhumiert wurde und in Berlin erneut bestattet wurde.

Auch die ARD-Tageschau fand die Begräbnisshow geil und genügte ihrer Chronist/-innenpflicht. Ein ARD-Brennpunkt hätte mich dann auch nicht mehr überrascht. Warum hatte Ruch die Show nicht um 20 Uhr angesetzt? Dann hätte die Tagesschau zur Live-Übertragung umschalten können. Auch die Zeit ist angetan von dem künstlerischen Spektakel.

(Die Kunstaktion ist) „totalitär und terroristisch. Im Mantel der Moral – es geht ja um die jeden Bürger überfordernde Flüchtlingsproblematik – reißen ein paar künstlerische Niemande die Macht an sich, über die letzten Dinge, die Transzendenz, den Leib, der mehr ist als ein Körper, zu befinden. Darin verrät sich die gleiche zynische Selbstgefälligkeit, mit der sich Attentäter herausnehmen, andere Menschen zu beschädigen, um eigene Ideen durchzusetzen. Kein Wunder, daß der Kopf der wildgewordenen Berliner Künstlertruppe die Kaufhausbrandstifter von 1968 Andreas Baader und Gudrun Ensslin ´genial` findet.“

( am 21.06.2015 auf Achse des Guten)

Der „künstlerische Spielleiter“ (Ruch über sich) bewundert Kaufhaus-Brandstifter, die RAF-Terroristen Baader/Ensslin. Da sehnt man sich zurück zu den Aktionen von Pussy Riot.

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Ein Kommentar zu „Die politische Schönheit der Hauptstadtpresse

    […] einer Pogida-Demonstration in Nauen verletzten Antifa-Aktivisten sechzehn Polizisten. Die PNN unterschlug anfänglich 15 der sechzehn […]

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