Der Urkommunismus der Schleimpilze

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„Trichia favoginea 58556“ von John Carl Jacobs (JCJacobs) - Trichia favoginea (58556). Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trichia_favoginea_58556.jpg#/media/File:Trichia_favoginea_58556.jpg
Foto: „Trichia favoginea 58556“ von John Carl Jacobs – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trichia_favoginea_58556.jpg#/media/File:Trichia_favoginea_58556.jpg

In der FAZ stellt Cord Riechelmann ein Buch der Feministin und Physikerin Karen Barad vor, in dem erklärt wird, dass der Genderismus auch in der Natur, der Atomphysik und der Quantentheorie vorkomme – oder so ähnlich. Die positivistische Wissenschaftsauffassung könne die Welt nicht erklären. Das Uneindeutige, das Paradoxe, die „queere Performativität der Natur“ könne mit dieser Art Wissenschaft nicht wirklich beschrieben werden. Riechelmann reitet auf der neuesten Welle der Genderisten. Zuvor war er schon den homosexuellen Flamingos und ihrer wichtigen Rolle für die Art auf der Spur („So lebt es sich nach der Natur“, FAZ 02.03.2014).

Die Biologie wird genderistisch erklärt. Geschlechterverhältnisse wären weder naturgegeben noch unveränderlich, sondern sozial und kulturell geprägt. (Siehe dazu: Hans-Peter Klein, Heldenhafte Spermien und wachgeküsste Eizellen, in: FAZ v. 30.5.15, über den Versuch der Genderisten die Biologie zu „kapern“.)

Warum fällt mir gerade jetzt ein, dass ein Sexualwissenschaftler herausgefunden haben will, dass die Nazis die Zweigeschlechtlichkeit der Menschheit erfunden hätten und erst der Genderismus wieder die Geschlechtsvielfalt in die Welt gebracht hätte? Dazu passt dann auch, dass eine SPIEGEL-Journalistin im neuen Heft der Frauke Petry vom rechtspopulistischen Flügel der AfD vorwirft, gegen Gender Mainstreaming zu sein. Da soll zusammenwachsen, was zusammengehören soll.)

Riechelmann erwähnt Barads Beispiel für Unbestimmtheit in der Natur, die Schleimpilze. Diese sind weder eindeutig Pflanze noch Tier noch Einzeller, also ein Liebling für Genderwissenschaftler.

Die Schleimpilze könnten eine ganze Zeit lang allein durch die Gegend kriechen. Sie könnten aber auch sozial agieren. Dann würden sie sich versammeln und zu 15 Meter langen Pilzen zusammenwachsen. Die Schleimpilze hätten dann ihre Individualität zugunsten eines Gesamtorganismus aufgegeben.

Ist das nicht der neue Mensch, den Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot und Rudi Dutschke mit mehr oder weniger Gewalt und Umerziehung herstellen wollten? Keine Individuen mehr, sondern ein Kollektiv.

Aber anscheinend hat die Natur ihre Zweifel am Modell „Schleimpilz“. Sehr ausgebreitet hat sich das Modell nicht.

Nachtrag: Für Anhänger/-innen der sexuellen Vielfalt interessant ist sicher auch die Fortpflanzungsart des Plattwurms  (via TecherNews).

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2 Kommentare zu „Der Urkommunismus der Schleimpilze

    […] selbst begattenden Regenwurmes, eines homosexuellen Flamingos oder die sexuelle Unbestimmtheit der Schleimpilze wird als Beleg für die „queere Performativität der Natur“ (Genderaktivistin Profx […]

    […] Naturwissenschaften werden gerade gegendert. Die Soziologie, wie ich sie als Beifach während des Studiums noch kennengelernt habe (Parsons, […]

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