Boris Nemzow über Russlands Krieg in der Ukraine

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Der Kreml-Kritiker  und Oppositionspolitiker Boris Nemzow arbeitete kurz vor seiner Ermordung an einem Bericht über Russlands militärischem Engagement in der Ukraine. (Er hatte Putins Russland als eine Art Mafia-Staat beschrieben,)

Nemzow wollte Familien von in der Ukraine gefallenen russischen Soldaten davon überzeugen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Sprecherin von Nemzows Partei sagte, dass jetzt, nach dem Mord, niemand mehr öffentlich reden wolle.

Der Bericht enthalte laut FAZ v. 13.5. nichts Neues. Er fasse frühere Recherchen von Journalisten und Informationen aus anderen offenen Quellen zusammen. Daraus ergebe sich, dass nach ersten Erfolgen der ukrainischen Armee gegen die Separatisten im Sommer 2014 die massive Unterstützung durch russische Soldaten die Wende gebracht habe. Die zweite Welle des Einsatzes russischer Soldaten sei am  Jahresanfang vor und nach der zweiten Minsker Vereinbarung gewesen.

Etwa 220 russische Soldaten seien bisher gefallen, die Kosten des militärischen Einsatzes in der Ukraine werden auf ca. 900 Millionen € geschätzt.

Im Blog sind mehrfach Belege für die russische Unterstützung mit Menschen und Material genannt worden. Es gibt die Berichte der Mütter gefallener russischer Soldaten, es gibt Korrespondenten, die heraushören, dass Panzerbesatzungen das Russisch bestimmter russischer Regionen sprechen, es gibt Fotos neuester russischer Panzer in der Ostukraine, die Lebensläufe russischer Kommandanten und Anführer der Separatisten, meist besteht KGB-Hintergrund, sind bekannt. Es gibt Militärfachleute, die sagen, dass die Einkesselung einer ganzen ukrainischen Division bei Debalzewe nur von bestens ausgerüsteten, bestens vernetzten Einheiten und einer taktisch geschulten Führung bewerkstelligt werden konnte, nicht von einem zusammengewürfelten Haufen Freischärler, beurlaubten oder pensionierten russischen Freiwilligen und kriminellen Banden.

In der Tagesschau aber werden die Narrative unerbittlich ausgewogen dargestellt. Der Westen – wahlweise: NATO oder USA – behaupte, dass Russland die Separatisten unterstützen würde, Moskau bestreite das. Wenn sie es nicht tut wird sie von Trollen, Alt-Politiker/-innen, Aufpassern aus dem Dunstkreis der Linkspartei oder dem ARD-Magazin-Zapp der Parteilichkeit geziehen.

 

 

 

NZZ über russische Gefallene in der Ukraine (22.6.2015)

Nachtrag: Zhanna Nemzowa, die Tochter von Boris Nemzow, Fernsehjournalistin, wollte sich eigentlich in Russland für die Aufklärung des Mordes an ihrem Vater einsetzen. Nach Morddrohungen ist sie emigriert. Sie arbeitet jetzt bei der Deutschen Welle in der russland-Redaktion.

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Ein Kommentar zu „Boris Nemzow über Russlands Krieg in der Ukraine

    […] Nemzowa, älteste Tochter des ermordeten Politikers Boris Nemzow, ist darunter. Sie erhielt Drohungen, spricht von Informationsterror in den staatlichen […]

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