Stephen Kotkin, Stalin

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Jörg Baberowski ist begeistert vom ersten Band der auf drei Bände angelegten Stalin-Biographie Kotkins: „Paradoxes of Power“. (FAZ 13.1.15, p 10)

Der erste Band erzählt weniger von Stalin als von den ersten Jahren der bolschewistischen Herrschaft. Lenin hätte keinen Plan gehabt, er wäre kein Stratege gewesen. Die Bolschewisten, die unter dem Zaren in Gefängnissen, in der Verbannung, im Untergrund gelebt hätten, hätten keine Ahnung davon gehabt, wie man einen Staat regiert. Sie konnten sich ihrer Herrschaft nicht sicher sein, hatten Angst, jederzeit zu verlieren. Sie herrschten durch Raub und Umverteilung, durch Einschüchterung und Terror. So konnten sie sich schließlich im Bürgerkrieg durchsetzen. Von diesen ersten Jahren sei die Sowjetunion dauerhaft geprägt worden: Misstrauen, Gewalt, Angst, Terror.

Stalin verstand es, Intrigen zu spinnen und Konkurrenten auszuschalten. Er war ganz nach dem Geschmack Lenins. Kotkin verweist die oft erzählten Spannungen zwischen Lenin und Stalin ins Reich der Märchen.

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