Der Ukrainekrieg verändert Deutschland

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„Friedenswinter“ nennt sich eine der Dutzend aggressiven Friedensinitiativen in Berlin, die im letzten Jahr gegen Krieg, Kapitalismus, Faschismus, Israel, die USA, den Mossad, den Bundespräsidenten, die EU, die NATO und für Putin oder die Palästinenser demonstrierten. Es erschollen auf diversen Berliner Demos Rufe wie „Juden ins Gas“, „Jude, feiges Schwein“, „Fuck Juden“, israelische Fahnen wurden weggerissen, auch ukrainische. Lichterketten und Abschaltung der Beleuchtung öffentlicher Gebäude gab es deswegen nicht.

Die Zahl antisemitischer Straftaten hat in Berlin erheblich zugenommen. Dabei werden die alltäglichen Pöbeleien auf der Straße oder in der U-Bahn gar nicht erst zur Anzeige gebracht. Der regierende Bürgermeister und seine Migrationsbeauftragte sind nicht glücklich über die angeblich falsche Behauptung von deutschen Juden, es gebe „No-Go-Areas“ in der Stadt. Der Beauftragten ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass keineswegs die Migrantenkieze in Neukölln antisemitische Hochburgen wären, auch im vornehmen Zehlendorf seien Juden angepöbelt worden. Karen Miosga empört sich in den Tagesthemen darüber, dass Juden die deutschen Muslime pauschal des Antisemitismus´ verdächtigten.

Wie peinlich, dass der offizielle deutsche Philosemitismus so schnell als hohl entlarvt wird. Schnell wird der Antisemitismus den Rechtsextremisten in die Schuhe geschoben. Die haben anscheinend die linkspopulistischen Demonstranten von Friedenswinter und Al-Kuds-Tag unterwandert.

Dann gibt es die im Kalten Krieg stehengebliebenen alten Herren und Damen vom Schlage Horst Teltschiks und Antje Vollmers, die immer noch in Bipolarität, Einflusszonen und Einkreisungstheorien denken und die Rückgewinnung imperialer Sowjetmacht durch Putins Amoklauf mit Verständnis begleiten. So, als ob es in osteuropäischen Staaten seit den 90ern keine Veränderungen in Richtung Freiheit, Menschenrechte, Marktwirtschaft und Demokratie gegeben hätte. Aber Russland hat es nicht geschafft und fürchtet jetzt die Ansteckung durch den Maidan.

Dazu kommen die Fußtruppen der Trolle, die verblüffend schnell bewirkt haben, dass sich Nachrichtensender für kleinere Fehler und Verwechslungen entschuldigen und auch jedes noch so abwegige russische Propagandanarrativ mit staatstragender Miene verlesen wird. Wehe, da spricht die „Lügenpresse“ davon, dass russische Soldaten in der Ukraine kämpfen und sterben. Wenn das doch unübersehbar wird, handelt es sich um den heldenhaften Kampf russischer Freiwilliger gegen den Genozid der Kiewer Faschisten an ihren Landsleuten in der Ostukraine.

Kleinkünstler wie Herr Pispers treten nach und werfen, wie auch deutsche Ex-Politiker, Frau Merkel und der EU die Einkreisung Russlands vor. Manche Russlandversteher verlangen sogar, dass der Westen Putin auf der Krim und in Neurussland finanziell hilft. (Oder habe ich Teltschik/Platzeck falsch verstanden?)

Mir schwant, ich werde Putin und den Islamisten recht geben müssen: Europa ist auf den Hund gekommen. Es hat keine Werte und kein Selbstvertrauen mehr. Anstatt sich zu freuen, dass die Menschen in der Ukraine zu diesem Europa gehören wollen, beschimpfen deutsche Linkspopulisten den Bundespräsidenten als Kriegstreiber, verbreiten KGB-Narrative in Talkshows, gründen „Programmkonferenzen“ zur Kontrolle der ARD und denunzieren NATO-Militäreinsätze zum Schutz von Menschen (Libyen, Kosovo) als Imperialismus.

Nachtrag: Was macht Wirtschaftsminister Gabriel in der russischen Botschaft?

Nachtrag:  Eine Allensbach-Umfrage zeigt, dass die Kampagnen in den sog. sozialen Medien („Lügenpresse“) nicht von der Mehrheit der Deutschen geliked werden.

Was die Tagesschau dank linker Beobachtung nicht zu sagen wagt, wird von zwei Dritteln der Befragten durchaus gesehen: Russland unterstützt die Separatisten mit Waffen und versucht, die Ukraine zu erobern. Dass die EU schuld an dem Krieg wäre, sehen nur 6 %

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