Aufklärung ist nie zu Ende

Gepostet am Aktualisiert am

 

Gerade lese ich in der Zeitung, dass ca. ein Dutzend Bundesministerien und -behörden ihre Nazi-Vergangenheit aufarbeiten werden. Ich denke, das geht auf einen Antrag der Bundestagsfraktionen der Grünen und der Postsozialisten zurück. Da habe ich Grund zur Annahme, dass in fünfzig Jahren auch noch die DDR-Vergangenheit und die Wendezeit aufgearbeitet werden. (Sicherlich werden dann die Grünen und die Linkspartei nicht die treibende Kraft sein.)

Ich hätte schon noch ein paar Fragen und bin daher, anders als Prof. Großbölting, nicht der Ansicht, die DDR-Geschichte wäre überforscht.

Meine Fragen wären z. B.:

Wo sind die nicht aufgespürten SED-Milliarden geblieben, die Gysi, Bartsch und Bisky in Sicherheit gebracht haben?

Wo wurden die Tellerminen produziert, die von der friedliebenden SED in alle Welt verkauft wurden (Allein fast eine halbe Million an Nordvietnam).

Welche Spätfolgen hat die Markierung von Aktentaschen und Dokumenten mit radioaktivem Material (um Agenten und Spione in den Reihen der Außenhandelsvertreter/-innen zu entdecken)?

Wie handhabte die SED die Integration Behinderter im Schulwesen?

Wie viel SED-Geld steckt in mittelständischen brandenburgischen Unternehmen?

Wer half bei der MfS-Aktenvernichtung, die bis September/Oktober 1990 vonstatten ging?

Warum wurden in Brandenburg die großagrarischen LPG-Strukturen beibehalten und das Land nicht an Bauern zurückgegeben bzw. verkauft? (Jetzt beklagt man sich, darüber, dass Agrarkonzerne die LPG-Flächen aufkaufen.)

Warum duzt sich Ex-Ministerpräsident Platzeck mit dem letzten SED-Bezirkschef Vietze und lobt ihn als Geläuterten, obwohl es genügend seriöse Stimmen gibt, die genau dies, die Läuterung, nicht zu erkennen vermögen? Andererseits: ein Gedenkstein für die Opfer der Zwangskollektivierung in Brandenburg musste in Sachsen-Anhalt aufgestellt werden. Platzeck brauchte lange Jahre, bevor er sich als MinPräs. mit Vertretern der Verbände der von der SED-Verfolgten traf.

Wurde der „Brandenburger Weg“ („Kleine DDR Brandenburg“) vom Ex-SED-Kader Vietze erfunden?

Wie ging es mit den Kadern weiter, vor allem vom MfS, die MinPräs Modrow (SED/PDS) als Lehrer im Schulsystem unterbrachte?

Diese Fragen fallen mir spontan ein. Es gibt sicher noch sehr viel mehr Ungeklärtes.

 

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