Deutsches Appeasement

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Der ukrainisch-russische Schriftsteller Wladimir Jasskow, der in Charkiv lebt, hat das Pamphlet  „Wieder Krieg in Europa?“ einer vernichtenden Analyse unterzogen. Unterschrieben hatten die Vorwürfe gegen die Bundesregierung, Europa und die USA Gerhard Schröder, Horst Teltschik, Margot Käßmann, Manfred Stolpe, Egon Bahr, Antje Vollmer, Wim Wenders, Mario Adorf und andere.

Jasskow meint, dass die Unterzeichner/-innen wenig Ahnung von der Sache hätten, sonst würden sie z. B. nicht von einem Konflikt, sondern von einem Krieg reden. Sie werfen Europa, USA, Deutschland und Russland gleichermaßen Sucht nach Macht und Vorherrschaft vor. Sie weigerten sich zwischen Angreifer und Angegriffenem zu unterscheiden. Putin würde an keiner Stelle mit Namen genannt werden, dafür aber werde der Bundesregierung Verantwortungslosigkeit vorgeworfen; sie solle nämlich endlich ihrer Verantwortung gerecht werden.

Das Sicherheitsbedürfnis der Bürger Russlands sei legitim, würden die Unterzeichner schreiben. Wer hätte das je bestritten, fragt Jasskow. Der Bundesregierung werfen sie vor, Feindbilder aufzubauen und mit einseitigen Schuldzuweisungen zu hantieren.  Jasskow meint, in der Ukraine, vorher in Abchasien, Südossetien, und Transnistrien gäbe es einen realen Feind, der töten würde. Der wäre nicht durch Frau Merkel erschaffen worden. Die „Apotheose des Unsinns“ in diesem „aufgeplusterten Appell“ sei die Erwähnung Hitlers. Schröder, Käßmann usw. merkten gar nicht, dass sie zu einem versöhnlichen Kurs gegenüber einem neuen Führer aufriefen, der sich in den Strahlen eines extremen Nationalismus und wütender Fremdenfeindlichkeit sonne.

Jasskow redet den berühmten Regisseur Wim Wenders direkt an und spricht aus, was mir auch durch den Kopf ging, als ich manchen Namen las: „Einen guten Ruf erarbeitet man sich ein Leben lang und verliert ihn in fünf Sekunden. Wenn ich den Namen Mario Adorf höre, fällt mir jetzt als erstes nicht mehr der Schauspieler ein, sondern dass er diesen arroganten und zynischen Brief unterschrieben hat.“

(„Wer solche Feinde hat, braucht keine Freunde mehr“, Wladimir Jasskow, FAZ v. 13.1.15, p 12)

Siehe auch hier!

By the way: Der russische Ex-KGB-Offizier und Kommandant von Separatistentruppen auf der Krim und in der Ostukraine, Strelkow, erzählt jetzt, dass seine Soldaten das Krim-Parlament zu der Abstimmung zugunsten Russlands gezwungen hätten.

Sind die Unterzeichner/-innen dieses unsäglichen Aufrufs auf Tauchstation gegangen? Sie sind doch meist Leute, die sonst keinem Mikrofon ausweichen. Warum antworten sie nicht auf die Kritik?

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3 Kommentare zu „Deutsches Appeasement

    […] Wenders, die vor einiger Zeit einen zynischen offenen Brief zugunsten der russischen Interventionen veröffentlichten, wollen wir lieber ganz […]

    […] vergessen hätte ich, dass Bahr auch zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört, der der EU, den USA und Berlin unterstellt, sie schürten den Krieg gegen […]

    […] vergessen hätte ich, dass Bahr auch zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört, der der EU, den USA und Berlin unterstellt, sie schürten den Krieg gegen […]

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