Pegida: Umfragen zeigen ein differenziertes Bild

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Prof. Dr. Renate Köcher stellt in einer Analyse der Umfragedaten ihres Instituts ein differenziertes Bild der Einstellungen zu Einwanderung, Flüchtlingen und Asyl in Deutschland fest (FAZ v. 17.12.14, p 8).

Vorneweg: Die Ablehnung von Asybewerberheimen in Ostdeutschland ist zwar – ähnlich wie in Westdeutschland – seit der Flüchtlingswelle Anfang der 90er Jahre gesunken, aber immer noch um ca. 50 % höher. Das trägt möglicherweise dazu bei zu erklären, warum die Pegida-Demonstrationen in Dresden begannen und solchen Zulauf haben, obwohl Ostdeutschland fast „ausländerfrei“ ist.

Der Anstieg des Zuzugs nach Deutschland von (2011) 125.000 auf (2013) 429.000 macht sich 2014 in den diesjährigen Einstellungen bemerkbar: 72% registrieren jetzt diesen Anstieg, während es im Februar erst 45% waren.

Allerdings blieb die generelle Ablehnung von Zuwanderung mit 18% stabil und ist niedriger als in den Vorjahren. Da der Arbeitsmarkt stabil ist, ist die Furcht vor Arbeitsplatzverlusten („Die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg.“) derzeit gering. Eine Bürgerinitiative gegen die Errichtung eines Asylbewerberheimes erhielte heute weniger Unterstützung als 1992 (23% statt 37%).

spiegel_islamGroß ist die Angst vor radikal-islamischen Gruppen (67%). Eine friedliche Koexistenz von islamischen und christlich geprägten Ländern wird von einer Mehrheit bezweifelt. 80% stufen ihr wissen über den Islam als gering ein. Gemäßigte Muslime haben es bisher nicht geschafft ein differenzierteres Bild herzustellen. Immerhin 40% der Westdeutschen geben an, einen oder mehrere Muslime im Bekanntenkreis zu haben, aber nur 13% der Ostdeutschen. Der These, der Islam gehöre zu Deutschland widerspricht eine große Mehrheit, auch bei denen, die Muslime kennen und eher zu differenzierender Betrachtung neigen.

Frau Köcher schließt mit dem bemerkenswerten Satz, dass die Urteile durchaus differenziert seien, dass aber Menschen, wenn sich problematische Entwicklungen zuspitzten und die Politik zu wenig Problembewusstsein zeige, nervös würden.

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