Die neue thüringische Bildungsministerin legt los!

Gepostet am Aktualisiert am

Ich zitiere verkürzt den Blog sichtplatz.de:

Die neue Bildungsministerin Birgit Klaubert (SED, jetzt Die Linke.) war zunächst Lehrerin für Deutsch und Geschichte. Nach ihrer Promotion bildete sie selbst Geschichtslehrer aus. Die Ministerin musste also ein parteitreues Geschichtsbild lehren…

In den letzten Jahrzehnten war die starke Präsenz von früheren DDR-Lehrern an ostdeutschen Schulen gerade auch im Fach Geschichte ein Problem. Viele von ihnen vermieden wegen der eigenen Befangenheit das Thema SED-Staat gern. Manche versuchten, vor allem die guten Seiten der DDR hervorzuheben.

Die Ministerin wird – entsprechend dem Wahlprogramm ihrer Partei – die Schullandschaft umbauen. Dort steht beispielsweise, die „konsequente Einführung der Gemeinschaftsschule“, die „keine Schule neben anderen, sondern die eine für alle – flächendeckend“ sein soll. „Wir […] heben die breite Auffächerung des Schulsystems auf“. Aber auch: „Alle bestehenden Schularten erhalten eine sichere Entwicklungsperspektive“. Doch gleich darauf: „die Thüringer Gemeinschaftsschule wird flächendeckend als Angebot des längeren gemeinsamen Lernens weiter ausgebaut […]. Gesetzliche Regelungen, die sich in den zurückliegenden Jahren als hemmend bei der Errichtung herausgestellt haben, werden angepasst“.

Auch hat die Koalition vereinbart, vor welchen schädlichen Einflüssen Ministerin Klaubert die Schüler ihres Landes künftig unbedingt schützen muss. Nicht nur „Rechtsextremismus, Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ dürfen keinen Platz in der Schule haben: „Künftig sollen an Schulen im Sinne des Beutelsbacher Konsenses keine Unterrichts-, Informations- und Bildungsveranstaltungen in alleiniger Durchführung der Bundeswehr mehr stattfinden. […] Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz wird angewiesen, keine Informations- und Bildungsveranstaltungen an Schulen mehr durchzuführen“.

Nach der „Beutelsbacher Konsens“ genannten Vereinbarung der Kultusminister der Länder darf niemand, der in der politischen Bildung lehrt, Schülern eine Meinung aufzwingen, sondern soll sie in die Lage versetzen, sich eine eigene Meinung bilden zu können. Werbeveranstaltungen für die Bundeswehr können da natürlich problematisch sein. Aber hat in Thüringen auch der Verfassungsschutz an den Schulen um V-Leute geworben oder doch eher vor dem Weg in extremistische Gruppen gewarnt? Letzteres stünde natürlich mit dem Linken-Wahlprogramm in völligem Widerspruch. Dort heißt es: „dementsprechend werden wir den auf der Totalitarismustheorie aufbauenden ‘Extremismusbegriff’ aus den Handlungskatalogen von Justiz, Polizei und Verwaltung streichen“.

Nachtrag Dezember 2015: In Brandenburg hat die SPD jetzt ihren Widerstand gegen die vom linken Koalitionspartner geforderte Gemeinschaftsschule aufgegeben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s