Die Presse in Palästina: Parallelen zum Vietnamkrieg? (2)

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Dass Deutsche, nicht nur Rechts- und Linksextremisten, sondern auch Journalisten, obsessiv über den Palästinakonflikt reden und schreiben und das mit antiisraelischer und antisemitischer Tendenz, fällt mir immer wieder auf. Jakob Augstein etwa hat über keinen anderen politischen oder militärischen Konflikt so häufig seine Meinung geäußert. Der Journalist Lejeune erfindet den Begriff von sozial verträglichen Hinrichtungen, die die Hamas durchführe.

Seit Jahrzehnten beschießt die Hamas, angeblich mit Spielzeugraketen, die so gut wie keinen Schaden anrichten würden (Nahost-Experte Dr. Todenhöfer), unter anderem auch aus den Schulen des UNRWA, Israel. Der Zement, der über Israel nach Gaza eingeführt wird, dient nicht dem Wohnungs- sondern dem Bunker- und Tunnelbau.

Das ach so böse Israel sperrt daraufhin die Grenzübergänge, abgesehen von humanitären Ausnahmen, und antwortet – natürlich mit brutaler Waffengewalt – auf den Beschuss. In deutschen Radionachrichten und bei Spiegel Online hieß es: „Israel bricht die Waffenruhe.“ Erst im nächsten Satz heißt es: „Weil es von Gaza aus beschossen wurde.“

Wie kommt dieser Hass auf Israel und Juden bei Leuten, die doch nicht alle Alt- oder Neu-Nazis sind, zustande? Freuen sie sich, dass aus Opfern Täter werden? Dass Opfer zu Tätern werden, Juden also zu Nazis. So formulierte es eine sozialistische Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis derer, die antisemitische Eiferer in ihre Bundestagsräume eingeladen hatten.

Nach der Lektüre des Artikels von Matti Friedman in The Atlantic: „What the Media Gets Wrong“ wird mir einiges klar. Friedmann war Korrespondent der Nachrichtenagentur AP in Jerusalem. Er schildert ein Netzwerk von Journalisten, Diplomaten, UNO-Beamten, NGO-Beauftragten, die in Gaza und im Gebiet der Autonomiebehörde ihre millionenschweren Projekte beaufsichtigen. Man lebt sicher und komfortabel in Jerusalem, das alle Annehmlichkeiten einer modernen westlichen Stadt bietet. Man ignoriert aber die Israelis. Man trifft sich in bestimmten Hotelbars.

Die Journalisten müssen sich nicht, wie in anderen Krisengebieten oder Kriegsschauplätzen, mühsam zurechtfinden und selbst recherchieren. Sie erhalten Dossiers und Depeschen von den NGOs und diversen UN-Behörden, die penibel jede israelische Aktion und ihre Opfer dokumentieren und vor allem bebildern. Der UN-Menschenrechtsrat in Genf scheint sich ausschließlich mit Israel zu beschäftigen.

Man kennt sich, man steht links, manche Journalisten haben einmal bei den NGOs gearbeitet, manche wechseln auf UN-Posten. Die Zeitungen und TV-Stationen wollen keine Bilder von schwarz vermummten Islamisten mit ausgestrecktem Arm auf dem Campus der arabischen Universität in Ost-Jerusalem, sondern das Foto vom toten Baby in Gaza.

AP berichtet nicht, dass ihr Gaza-Büro von der Hamas besetzt wird, weil sie ein Bild von einer Raketenstellung veröffentlicht haben. Bilder von getöteten oder verwundeten Hamas-Kämpfern dürfen nicht gezeigt werden, nur Fotos von verletzten und toten Zivilisten. Direkt neben dem AP-Büro, mitten in einem Wohngebiet in Gaza, war eine Hamas-Raketenstellung. Darüber hat AP nie berichtet. Sie verschweigen alles, was sie an Repression und Gewalt durch die arabischen Milizen oder die Hamas-Administration erleben. Die Journalisten würden einen Krieg der militanten israelischen Armee gegen das friedliebende palästinensische Volk beschreiben.

Alteingesessene Journalisten erzählen von zwei einfliegenden Reportern, die 2015 die jüdischen Siedler in Gaza besichtigen wollen. Sie schrieben über Palästina, wüssten aber nicht, dass Israel 2005 Gaza verlassen habe. Eine Journalistin wollte vor ein paar Jahren das palästinensische Flüchtlingslager Dschenin/Jenin besuchen, in dem die israelische Armee 2002 tausende Araber umgebracht hätte. Seit 2002 ist aber auch geklärt, dass die israelische Armee, nach 28 Selbstmordanschlägen auf der Westbank, in dem Lager 52 Personen getötet hatte, die Hälfte waren bewaffnete Kämpfer, meist von der Hamas. Die eigenen Verluste betrugen 23  Tote. Ein UN-Bericht – damals waren die UN anscheinend noch nicht israelkritisch und proarabisch – besagt, dass das Lager eine Basis für Terroristen war. (Nachtrag 2/2016; Quelle)

Wer glaubt eigentlich daran, dass das alles aufhört, wenn es einen palästinensischen Staat gibt?

Die taz(!) hat den ultimativen Leitfaden für Palästina-Berichterstattung veröffentlicht.

Update 20.4.16: Dass in Gaza die Überreste einer antiken byzantinischen Kirche, die erst kürzlich entdeckt worden waren, von der Hamas trotz der Proteste arabischer Christen, zerstört wurden, blieb in den europäischen Medien unerwähnt.

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Ein Kommentar zu „Die Presse in Palästina: Parallelen zum Vietnamkrieg? (2)

    […] Wenn, wie in Paris geschehen, jüdische Karikaturisten von arabischen Terroristen ermordet werden und ein jüdischer Lebensmittelladen überfallen wird, eilen deutsche Minister in Moscheen, um arabische Mitbürger ihres Mitgefühls zu versichern. Die Berichterstattung der deutschen Mainstreammedien und linker Blätter wie taz (deutsche „Dominanz-Gesellschaft“ vs. Migranten) und Freitag hat einen propalästinensischen Einschlag. […]

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