Grüner Kampf um genderneutrale Straßennamen

Gepostet am Aktualisiert am

Straßennamen sind ein beliebtes ideologisches Arbeitsfeld. Das wusste nicht nur die SED. Auch die Grünen, die im Berliner Beziek Friedrichshain-Kreuzberg das Sagen haben, machen damit Politik: Seit 2005 gibt es eine Frauenquote bei den Straßennamen im Bezirk. Solange nicht 50% der Straßen nach Frauen benannt sind, darf es keine Männerstraße mehr geben. Ausnahmen gibt es aber: Rudi Dutschke und ein linksalternativer Hausbesetzer, der durch Rechtsextremisten zu Tode kam.

Jetzt sollte vor dem Jüdischen Museum ein Platz nach Moses Mendelssohn benannt werden. Was natürlich unzulässig ist. Daher heißt er jetzt „Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz.“

Friedrichshain ist auch sonst auf dem Weg zum grünen Tugendstaat. So dürfen bei Wohnungsrenovierungen keine Gästeklos eingebaut werden. Das wäre ein Beitrag zur Gentrifizierung, denn die besser ausgestatteten Wohnungen würden an Reiche verkauft oder an Touristen vermietet.
Die Brache zwischen der Spree und der East-Side-Gallery, ein beliebtes Hundeklo, soll, wenn es nach konservativen Linksalternativen geht, nicht bebaut werden. Zwar hatte der grüne Bezirksbürgermeister Investoren grünes Licht gegeben, umso stärker rudert er jetzt zurück. Die Bebauungsgegner reden von jüdischen Investoren.. Dass es einmal Arisierung gegeben hat und Rückerstattungsansprüche gibt, wissen die jungen Leute halt nicht.
Der grüne Bezirkschef nennt seinen Neuköllner Kollegen Buschkowsky einen Rassisten, in Kreuzberg gäbe es keine Probleme mit der Integration. Eine evangelische Privatschule darf nicht in ein leerstehendes Schulgebäude einziehen.
Die Piraten haben es schwer, das alles zu toppen. Es gelingt ihnen aber: Toiletten in öffentlichen Gebäuden des Bezirks müssen drei Türen haben, Männlein, Weiblein und geschlechtlich nicht Festgelegte, von denen es in Deutschland 17.000 geben soll, ein Piratenantrag, der  in der Bezirksverodnetenversammlung mehrheitsfähig war.

Update Januar 2015: Auch in Potsdam sind die lokalen Grünen für mehr Frauennamen auf Straßenschildern. Gottfrie Benn hat in Berlin keine Chance mehr, Günter Pfitzmann ging gerade noch durch. Nur noch schwule Männer haben eine Chance mit einer Straße gehrt zu werden: Die Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße in der Nähe des Nollendorfplatzes ist nach einem Juristen benannt, der sich für Schwulenrechte einsetzte. Homossexuelle sind Frauen gleichgestellt bei der Benennung von Berliner Straßen.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Grüner Kampf um genderneutrale Straßennamen

    […] Schule besetzt halten, das Drogendealerdrama im Görlitzer Park, das Gender Mainstreaming bei den Straßennamen, die geplante Eröffnung eines kommunalen Cannabis-Shops inklusive kommunalen Anbaus und Abgabe nur […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s