Richard Schröder würdigt die Treuhandanstalt

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Prof. Schröder ruft noch einmal in Erinnerung, warum der SED-Staat zusammenbrach: Eine sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft mit riesigen Kombinaten, die nicht selbstständig planen konnten, ihre Produktpalette nicht bestimmen konnten, nicht selbstständig Preise festsetzen oder investieren konnten, keine zuverlässige betriebswirtschaftliche Gewinn- und Verlustrechnung machen durften, um jeden Preis und mit allen Tricks Planerfüllung betrieben und Arbeitskräfte horteten. Dazu ein Wasserkopf an staatlichen Planungsbehörden, die von den Betrieben keine realistischen Rückmeldungen bekamen.

Wegen der nicht vergleichbaren Kennziffern für wirtschaftliche Leistung konnte die Meinung entstehen, dass die DDR der neunt- oder zehntstärkste Industriestaat der Welt wäre. Geglaubt hätten das mehr West- als Ostdeutsche.

Schröders Aufsatz enthält nichts Neues, aber es ist gut, dass er sich noch einmal mit den Schutzbehauptungen der Ewiggestrigen auseinandersetzt: Der Westen hätte die DDR geplündert, die Westfirmen hätten unliebsame Konkurrenz ausgeschaltet (Außer bei Porzellan und Klavierbau sieht er keine), die Kundenkarteien seien gestohlen worden (Die hätte es gar nicht gegeben), das Betriebsvermögen derr DDR-Wirtschaft sei verschleudert worden (Er erklärt, warum die kursierenden Riesenbeträge vom Wert der DDR-Volkswirtschaft eine Luftnummer sind).

Auch die Behauptung, die Lebensleistung der DDR-Bewohner würde von den Westdeutschen nicht angemessen gewürdigt, stellt er vom Kopf auf die Füße: Bewundernswert sei, was sie trotz der ökonomischen und ideologischen Widrigkeiten geleistet hätten.

In der FAZ v. 4.2.2013, im FAZ-Archiv für 1 €.
Siehe auch im Blog hier! (Und andere Beiträge)
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2 Kommentare zu „Richard Schröder würdigt die Treuhandanstalt

    […] stark der Einfluss der SED in den Anfangsjahren der Treuhand war, lässt sich wohl nicht mehr […]

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    […] demokratischer wäre es auf der Krim zugegangen, wo es ein freies Referendum gegeben hätte. Die Treuhand hätte die DDR ausgeplündert, obwohl die als selbstständiger Staat mit ein paar Reformen gut […]

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