Ministerpräsident Platzeck empfängt erstmals Verbände der SED-Verfolgten

Gepostet am Aktualisiert am

2012_Beelitz (33)
Einmal wieder ein Foto aus Brandenburg: Das einst hochmoderne kaiserliche Krankenhaus Beelitz Heilstätten verfällt leider. Einige Gebäude wurden in der DDR als sowjetisches Krankenhaus genutzt. Es war auch Honeckers letzter Aufenthaltsort.

Zum ersten Mal seit 23 Jahren empfängt eine brandenburgische Landesregierung Vertreter von SED-Opferverbänden.

Diese erhoffen sich, dass Brandenburg im Bundesrat aktiv wird um das „Almosen“ SED-Opferrente (Diktaturbeauftragte Ulrike Poppe) zu verbessern. Auch sei es nicht hinnehmbar, dass ehemals Verfolgte in brandenburgischen Verwaltungen und Gerichten ihren ehemaligen Peinigern begegneten (Vera Lengsfeld).

Der Brandenburger CDU-Landtagsabgeordnete Dombrowski sagte: „Die Stolpe-Platzeck-SPD hat fast 20 Jahre eine Aufarbeitung des SED-Unrechts erfolgreich behindert.“ Das Bundesland hatte als letztes das Amt eines Landesbeauftragten für die Aufarbeitung kommunistischen Unrechts geschaffen.

Kritiker seiner Koalition mit den SED-Nachfolgern 2009 bezeichnete er als „Revolutionswächter“. Die Koalition wurde von mehreren Stasi-Fällen in der Linken-Fraktion heimgesucht.

Platzecks geschiedene erste Frau, die Potsdamer Kommunalpolitikerin beim Bürgerbündnis, Ute Bankwitz, sagte auf einer der regelmäßigen Demonstrationen gegen Rot-Rot: „Die SPD will lieber mit den Linken kuscheln als aufklären… Von Stolpes kleiner DDR zum Stasiland – mir ist das peinlich, wenn ich darauf angesprochen werde… Dass diejenigen, die das Schloss abgerissen haben, zum Schluss als Gutsherren darin regieren – das ist mehr als ein Treppenwitz!“ (Ich habe selbst an der Demo teilgenommen.)

Weniger Kontaktprobleme hatte Platzeck beim ehemaligen SED-Bezirkschef Heinz Vietze. Zu dessen 60. Geburtstag trat er 2007 als Laudator auf. Zusammen mit Egon Krenz, Hans Modrow und Günther Jahn feierte er seinen Duzfreund.

Man wundert sich, dass jemand, der mit den ehemaligen SED-Sozialisten koaliert, sich mit dem letzten obersten SED-Chef des Bezirks Potsdam duzt, dessen Geburtstag mitfeiert und heute der oberste Russland-Lobbyist ist, zu den Bürgerrechtlern gezählt wird.

Wenn man sich bei Potsdamer Bürgerrechtlern umhört, spürt man allerdings Zweifel an seiner aktiven Rolle. Zwar sei er auf sehr vielen Fotos zu sehen, aber ansonsten hat man keine große Erinnerung an ihn. Er war schon zu SED-Zeiten als Abteilungsleiter in einem Hygieneamt im Umweltschutz engagiert und hat in der Wendezeit zudem für den Erhalt historischer Bausubstanz in Potsdam plädiert.

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Ein Kommentar zu „Ministerpräsident Platzeck empfängt erstmals Verbände der SED-Verfolgten

    […] Siehe auch im Blog 2014: Platzeck praeceptor Germaniae und 2012: Platzeck empfängt SED-Opfer […]

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