Wie war das mit der Renazifizierung der BRD?

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Die Unverfrorenheit, mit der ostdeutsche Politiker/-innen den Westdeutschen ihre „faschistoide“ Vergangenheit erklären, ist groß.

Der Brandenburger Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg, Mitglied der postkommunistischen Partei „Die Linke.“, in der DDR Lehrbeauftragter für sozialistisches Recht und Rechtsanwalt, heute Justizminister im Bundesland Brandenburg, hat in einer Veranstaltung, die mir unvergesslich bleiben wird, ohne jeglichen Widerspruch von „Renazifizierung“ der BRD gesprochen. Das hat er sicher während seines Studiums so gelernt. Er hat studiert bei einem Rechtsgelehrten, der zuerst Nationalsozialist, dann Sozialist war.

Mit brandenburgischen Steuergeldern macht er auch schon einmal ein Seminar über den „Rechtsstaat DDR“. Sein Chef, SPD-Ministerpräsident Platzeck, erklärt den Westdeutschen, wie die sich mit dem Faschismus versöhnt hätten.

Den Begriff „Renazifizierung“ sollte man sich genauer ansehen. Er meint die Wiederkehr der Nazis und dass sie in Westdeutschland wieder das Sagen gehabt hätten. Das ist schon besonders perfide. Denn, egal wie viele ehemalige Nazis weiter beschäftigt wurden oder sogar Karriere machten. (Das waren nun wirklich wenige.) Dass sie die Herrschaft angestrebt hätten, die Bundesrepublik destabilisierten und eine neue faschistische Diktatur errichten wollten, ja hätten, wie es „Renazifizierung“ nahelegt, ist falsch.

Das legt sogar eine Studie der sozialistischen Rosa-Luxemburg-Stiftung nahe, die zustimmend Ulrich Herbert, NS-Eliten in der Bundesrepublik, S.110, zitiert:

„Der Begriff »Renazifizierung«, mit dem bisweilen auch im aktuellen geschichts-
wissenschaftlichen Diskurs das Wiedereinrücken der schon vor 1945 in Elite-Posi-
tionen tätigen bürgerlichen Funktionsträger umschrieben wird, ist unglücklich, da er
den Opportunismus und die Anpassungsbereitschaft dieser Schicht unterschätzt und
offen lässt, inwieweit sich diese Gruppe gegen die Bundesrepublik engagiert hat. Es
stellt sich Frage, warum dieser Personenkreis, der in der frühen Bundesrepublik
weiterhin deutliche Wohlstands- und Statusgewinne verzeichnen konnte, sich gegen
die BRD wenden sollte. Im Übrigen ist festzustellen, dass die bürgerlichen Eliten des
»Dritten Reichs« nach 1945 vom Aufbau der BRD deutlich besser profitierten als
jene NS-Funktionsträger, die aus der Arbeiterschaft und dem Kleinbürgertum kom-
mend im »Dritten Reich« die mittleren und zum Teil auch hohen Ränge von Partei
und SA, teilweise auch der Waffen-SS gestellt hatten und dann im Zuge des Wirt-
schaftswunder ihr Auskommen auf »bestenfalls mittlerem Niveau fanden«.
(Fußnote 15 auf Seite 13)

 

Das veranlasst mich, aufzuzeigen, dass die BRD seit ihrer Gründung ein antifaschistischer Staat war, darin ehrlicher als die DDR mit ihrem verlogenen Antifaschismus. Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal tun würde, denn ich war gegenüber der westdeutschen Vergangenheitsbewältigung immer kritisch eingestellt und habe nur die Unzulänglichkeiten gesehen. Aber angesichts der Geschichtspolitik der Kommunist/-innen, die von Repräsentanten der Brandenburger politischen Elite perpetuiert wird, muss das sein.

Von einer „faschistoiden“ Staats- und Gesellschaftsordnung kann in Westdeutschland nicht die Rede sein. Das Grundgesetz war antitotalitär und antifaschistisch. Man kann in vielen Artikeln erkennen, dass es ein Gegenentwurf zur Nazi-Didaktur ist. In derselben Zeit haben die Kommunist/-innen in der DDR eine zweite Diktatur etabliert und für ihre Gegner die KZs der Nazis weiterbenutzt.

In der hessischen Landesverfassung wurde gar ein Widerstandsrecht des Bürgers gegen staatliche Willkür verankert. Gab es das in der Arbeiter- und Bauern-Verfassung?

Die wissenschaftliche Aufarbeitung begann schon in den 40er Jahren, etwa durch das „Institut für Zeitgeschichte“. Die frühe Debatte um die „Kollektivschuld“ führte zur Erkenntnis, dass die wirklichen Täter sich nicht hinter dieser Floskel verstecken dürfen. Einige tausend Prozesse gab es in der Nachfolge des Nürnberger Tribunals schon in den 40ern. In den Spruchkammerverfahren gab es über 3 Millionen Fälle. 200.000 wurden erst einmal verhaftet. 150.000 öffentlich Bedienstete wurden erst einmal entlassen. Diese Verfahren werden heute als unergiebig, gar gescheitert, angesehen. Wenn überhaupt, hätte es die Kleinen erwischt. Dennoch: Man stelle sich vor, zu Anfang der 90er Jahre wären 800.000 Ostdeutsche auf Stasi- und SED-Zugehörigkeit überprüft worden, einige Zehntausend aus der kommunistischen Oberschicht erst einmal verhaftet worden.

Genau wie in der DDR wurde in der Bundesrepublik auf die Expertise der Menschen zurückgegriffen, die in der Nazizeit in den Behörden und Ministerien gearbeitet hatten.

In der SED hatten 1955 30% der Genossen eine NS-Vergangenheit*, wie interne Untersuchungen herausfanden. Es gab Nazis in den Ministerien und im Zentralkomitee. Wie im Westen brauchte man in den Verwaltungen, in der Justiz, bei der Polizei Fachleute.

Auch in der DDR wurden Entnazifizierungen oft lax gehandhabt. (Es gab Proteste alter Antifaschisten gegen die Weiterbeschäftigung von Nazis. Die SED-Führung hat das aber mit dem Hinweis auf Fachkräftemangel unterbunden.** Gleichzeitig hat sie  Sozialdemokraten aus den Ämtern verdrängt. Noch war die SPD überall in Ostdeutschland die stärkere Partei. Erst nach gefälschten Wahlen und nachdem SPD-Mitglieder in Zuchthäusern saßen, konnte die SED die „führende Partei“ werden. (post-edit 6.10.12)

Wie war das später beim Übergang von Tausenden SED-Kader 1989/90 in die Marktwirtschaft, ausgestattet mit SED- und MfS-Geldern und anderem DDR-Volksvermögen? Da hätte ich mir mehr Spruchkammerverfahren gewünscht.

Die öffentliche Debatte in Westdeutschland wurde von Jaspers, Kogon, Sternberger angeführt. Im Westen gab es eine Auseinandersetzung mit dem NS-Regime, im Osten wurde der Holocaust beschwiegen, die Nazis wären doch alle im Westen. Bis auf die, die in der DDR ungehindert Karriere machen konnten. Wer Nazi ist, bestimmen wir, sagten die Kommunisten.

Das MfS heizte die westdeutschen Debatten an, indem es z. B. Drohbriefe Rechtsradikaler gegen westdeutsche Juden herstellte und verbreitete.

Dr. -Ing. Bütefisch, Aufsichtsrat bei der westdeutschen Ruhrchemie war laut Auschwitz-Prozess am Tod tausender Juden Schuld. Er erhielt 1964 das Bundesverdienstkreuz. Nach Protesten wurde es ihm wieder aberkannt. Eberhard Taubert war Mitarbeiter von Goebbels, später Berater des Referats „Psychologische Kriegsführung“ unter Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. Die Tätigkeit musste er nach Protesten aufgeben. Man stelle sich derartigen Protest in der DDR vor! (post-edit 6.10.12)

Antifaschistische Politiker wie Kurt Schumacher, Erich Ollenhauer, Thomas Dehler, Konrad Adenauer, Ernst Reuter waren tonangebend, nicht Globke und Oberländer. Theodor Heuß musste sich wegen seiner Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz befragen lassen. Er hat mehrfach gesagt, dass er das bereut. Diejenigen, die im Osten die DDR-Diktatur aufbauten, hatten Stalins Terror überlebt, indem sie ihre Genossen denunzierten. Sie haben Heuß jahrzehntelang beschuldigt.

Untersuchungen über die NS-Belastung der frühen westdeutschen Ministerien haben derzeit Konjunktur, befeuert von Linkspartei und Grünen. (Lässt das hoffen auf ein großes Interesse an der Aufklärung der Geschehnisse nach der Wende 89/90 in 50 Jahren?)

So ist etwa gerade „Die Akte Rosenburg“ über das Bundesjustizministerium erschienen, . Daraus lässt sich nicht entnehmen, dass von den NS-belastetet Juristen des Hauses auf Kosten des demokratischen Rechtstaates eine nationalsozialistische Rechtspolitik verfolgt worden wäre. Einzig beim Jugendstrafrecht gab es Normen, die die Nazis eingeführt hatten, insbesondere die zeitlich unbestimmte Jugendstrafe.

Etwas anderes ist die Einführung einer Verjährung für NS-Verbrechen, die 1968 im Ordnungswidrigkeitengesetz versteckt worden war. Aber die Nachsicht gegenüber NS-Tätern fiel zusammen mit dem vorherrschenden Bedürfnis, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen.

Der Potsdamer SED-Bezirkschef Vietze, der im Oktober ´89 auf Demonstranten schießen wollte, ist heute Duzfreund von Ministerpräsident Platzeck und saß 20 Jahre im brandenburgischen Landtag. Er galt als graue Eminenz, er war einer der Väter des „Brandenburger Weges“, des behutsamen Umgangs mit dem DDR-Erbe. Man stelle sich Vergleichbares in den 50ern in Westdeutschland vor!

Statt Bundeskanzler Kiesinger zu ohrfeigen und sich dafür von der SED bezahlen und logistisch unterstützen zu lassen, hätte Beate Klarsfeld besser einen DDR-Altnazi oder Honecker ohrfeigen sollen. Dass Kiesinger nicht der Nazi war, zu dem Klarsfeld, die SED und die Medien ihn gemacht haben, interessiert niemanden mehr. In der DDR saßen Alt-Nazis in der volkskammer, im ZK, in Ministerien und in der NVA. Nazi-Journalisten mussten nicht viel umdenken, um in der SED-Presse weiterarbeiten zu können. Das alles interessierte Frau Klarsfeld nicht, nach dem Motto, wes Brot ich ess´, des Lied ich sing. (post-edit 6.10.12)

In den 50ern wurde weiter ermittelt, die Ludwigsburger Erfassungsstelle wurde eingerichtet. Alles nicht unumstritten, manches geschah widerstrebend. Dennoch, die Bücher von Eugen Kogon und Martin Broszat erreichten hohe Auflagen.

Die Adenauerregierung beantragte, die rechtsextreme SRP zu verbieten. Das MfS dämonisierte Heinrich Globke. „Es müssen noch Dokumente hergestellt werden“ notiert SED-Propagandist Albert Norden. (post-edit 6.10.12)

Die SED hat sich sowohl in der Zeit der Nicht-Anerkennung ihres Staates als auch danach nur in Ausnahmefällen bereit erklärt, die westdeutschen Strafverfolgungsbehörden bei NS-Prozessen mit Akten oder in der DDR wohnenden Zeugen zu unterstützen. Aber der Schriftsteller Bernd Engelmann, bekannt für seine kritischen Bücher über Westdeutschland, erhielt von der Stasi Akten über westdeutsche Altnazis, die er in einem Buch veröffentlichen sollte. (Jochen Staadt, NS-Verbrechen vertuscht zum Wohle der DDR, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 1.6.14, p 6)

Es waren keineswegs erst die 68er, die mit der „Vergangenheitsbewältigung“ anfingen. (Götz Aly hat gerade beschrieben, dass es ihnen darum auch gar nicht ging.)

Auch das gab es:

Die westdeutsche FDP kommt aus der nationalliberalen Tradition. Die freisinnige, heute würde man sagen sozialliberale Tradition wurde eher in der Liberaldemokratischen Partei im Osten gepflegt. Die wurde aber von der SED gleichgeschaltet.

Die FDP verlangte mehr Respekt vor den Biographien der Menschen aus dem Nazideutschland. Die Forderung war nicht unpopulär, weil die Spruchkammerverfahren der 40er Jahre vor allem die „kleinen Leute“ trafen. Auch das ist eine Parallele zur DDR-Aufarbeitung. Da verloren zur IM-Tätigkeit Gezwungene nach der „Wende“ ihren Arbeitsplatz, weil sie IMs waren, während ein ehedem hochrangiger Funktionär wie MdB Dr. Gregor Gysi beliebter Talkshowgast ist und IM Prof. Bisky seine SED-Kader-Pension mit den Diäten als Europaabgeordneter aufbessert.

Die braunen Zirkel in der westdeutschen FDP wurden zerschlagen. (post-edit 6.10.12)

Auch die materielle Entschädigung spricht für den Westen. Sie begann in den 50ern, in der Zeit, in der Ulbricht seine antisemitischen Waldheim-Prozesse inszenierte und Juden aus Ostberlin emigrierten. Adenauer hat die materielle Entschädigung gegen lautstarke Einwände konsequent verfolgt. Die DDR hat nie jüdisches Eigentum zurückgegeben oder Entschädigungen gezahlt. In Ostdeutschland gab es nur wackere Antifaschisten. Es ist besonders abstoßend, dass Dr. Gysi ausgerechnet den Jüdischen Weltbund um einen Kredit bat, damit die DDR die „Wende“ von 1989 übersteht.

In Dr. Schöneburgs DDR wurden Menschen ins Zuchthaus gesteckt, die auf Ost-Nazis hinwiesen. In der Volkskammer saßen mehr ehemalige PGs als im Bundestag. Altnazis wurden in der DDR Minister, ein ehemaliger SA-Mann General.

Da Dr. Schöneburg ein intelligenter Mann sein muss, sonst wäre er nicht Doktor, Dozent und Minister geworden, kann es nicht Unwissenheit sein, die ihn so reden lässt.

 Meinem Gedächtnis auf die Sprünge geholfen hat ein Artikel von Prof. Dr. Horst Möller in der FAZ v. 9.6.12: „Unser letzter Stolz“.

Und ein letztes: Die Diskussion um die DDR-Behandlung im Unterricht in Ostdeutschland ist in diesem Zusammenhang auch einen Blick wert.

Es hat in Westdeutschland zwar 20 Jahre gedauert, bis die Nazizeit angemessenen Eingang in Curricula, Schulbücher und Unterricht fand. Es gab dann Unmut, weil zeitweise der Eindruck entstehen konnte, im Religions-, Deutsch-, Geschichts- und Sozialkundeunterricht der oberen Mittelstufe gehe es nur noch um die Nazizeit. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass von Ausgewogenheit und dem Verzicht auf die Verwendung des Diktaturbegriffs die Rede war oder der Ruf nach NS-Alltagskulturmuseen erscholl. Kein ernstzunehmender Historiker sprach von „Aufarbeitungsindustrie“ (so Prof. Großbölting gegen die weitere Erforschung der DDR) und erfand relativierende Bindestrich-Diktaturen: Mitmach- oder Fürsorgediktatur (Alles träfe genauso gut auf die Nazizeit zu.)

In der Bundesrepublik wurde Deutschlands schlimme Vergangenheit ernst genommen. Die Auseinandersetzung mit der Nazizeit war umkämpft, hatte Höhe- und Tiefpunkte. Alles in allem kann man aber stolz darauf sein. Die verlogene SED-Geschichtspolitik ist das abschreckende Gegenbeispiel.

Dass ein brandenburgischer Minister sie fortsetzt, spricht nicht für die politische Kultur in diesem Land.

* Horch und Guck Nr 4/2011, p. 15; Foitzik, Jan, Sowjetische Interessenpolitik in Deutschland 1944-54.
** Andrew Port, Die rätselhafte Stabilität der DDR, pp 38ff.

Nachtrag April 2016: Es gibt eine Untersuchung (Uwe Danker, Uni Flensburg) über die personelle Kontinuität in Schleswig-Holstein nach 1945. Das Bundesland hatte den Ruf, dass dort besonders viele Nazis wieder in Amt und Würden gekommen wären. Besonders bekannt ist der Fall des Psychiatrieprofessors von der Heyde, der an der Euthanasieaktion T 4 beteiligt gewesen war und später unter dem Namen Sawade lange als Arzt praktizierte, bevor seine Biographie bekannt wurde. Er nahm sich in der Haft das Leben. In der CDU-Fraktion des Landtages waren 44% der Abgeordneten früher NSDAP-Mitglied, bei der SPD 15%. Unter den Vertriebenen war der Anteil der ehemaligen Pgs höher als in der einheimischen Bevölkerung.

Prof. Danker kommt zu dem Schluss, dass man die Personengruppe sehr differenziert betrachten muss. Es war versucht worden, über die formale Parteimitgliedschaft hinaus die damalige und die spätere Einstellung der Personen festzustellen.

Trotz der starken Belastung Schleswig-Holsteins durch ehemalige Pgs in Politik und Verwaltung habe es eine „beispiellose Integrationsleistung“ gegeben, gerade auch in der CDU-Landtagsfraktion. Ehemalige Nationalsozialisten seien in den demokratischen Staat integriert worden, einige seien sogar zu seinen Protagonisten geworden. Das Ende der Nazizeit habe die Chance eines biographischen Neubeginns geboten. Von einer Renazifizierung nach 1945 könne nicht die Rede sein. Schleswig-Holstein sei nie von Altnazis oder braunen Cliquen regiert worden.

(nach FAZ v. 27.4.16, S. 4, Frank Pergande, „Schattenseiten einer beispiellosen Integrationsleistung“)

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4 Kommentare zu „Wie war das mit der Renazifizierung der BRD?

    […] „Vergangenheitsbewältigung“, sie könnte der ostdeutschen DDR-Aufarbeitung als Vorbild dienen. Während im Westen die Ablehnung des Nationalsozialismus im Lauf der Jahre zunahm, sitzen 20 Jahre […]

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    Monika Waldbrunn sagte:
    09/08/2012 um 2:32 pm

    Entnazifizierung, oder wie Sie es sagten Entkommunisierung hätte sicher etwas gebracht. Fatal ist, dass nun dem Westen vorgeworfen wird, er hätte sich „RE-Nazifiziert“ das ist wirklich fatal und perfide. In den neuen Bundesländren findet zumehmend eine RE-STALINISIERUNG statt, Neu- und Alt-Hardliner treffen sich bei obskuren Treffen im Kreise von „Alt-Linientreuen“ und hetzten ungestraft über den Westen. ( Der sie ja, richtig angemerkt, selbst sind )
    Ich glaube, man hatte es damals niemals für möglich gehalten ( ich auch nicht) das in einem Volk, welches vor dem 2. Weltkrieg ja auch 1 Volk war, sich solche wirklich obskuren Strukturen re-entwickeln.
    Leider ist es auch zum größtenteil die Unaufgeklärtheit von Ostdeutschen, es gab nur die DDR und „Die Partei hatte immer Recht“ sonst nichts. Vor der DDR war der „Urknall“ bzw. man hatte sich ja „selbst“ vom „bösen Klassenfeind“ abgesetzt. Geschichtsunterricht, eine Farce. Da ging es nur um Grotewohl, Pieck und Stalin. Marx, Engels und Liebknecht, sowie Rosa Luxemburg, die ebenfalls völlig falsch interpretiert wurden und nur für die SED Zwecke mißbraucht. Die würden sich im Grabe herumdrehen ! Und am Allerwichtigsten, KEINER von den hat die DDR auch nur ansatzweise erlebt. Aber selbst das wissen (leider) viele Ostdeutsche nicht.
    Die DDR hat bis heute die Leute regelrecht „verstrahlt“ so wirkt es für mich, wenn dieser gewisse Teil von dem „DDR-Paradies“ schwärmt
    Monika W.

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    Philipp sagte:
    09/08/2012 um 10:55 am

    Dieses unsägliche Verklären und Schönreden dieser DDR Ideologie nimmt in den letzten Jahren unglaubliche Ausmaße an. Gerade hier in den neuen Bundesländern wird es immer extremer. Wie konnte es nur so kommen ? Seinerszeit waren alle froh, diese volksverachtende Herrschaft endlich beendet zu haben, zigtausende Menschenmassen feierten, und heute ? Man hört immer öfter vom „Westen“ der den „Osten“ occupiert hat ?! Was soll das ? Weshalb werden ständig Tatsachen verdreht, Wahrheiten verschwiegen und geleugnet und das mittlerweile nicht nur vom „Fußvolk“ sondern immer mehr von Politikern.
    Damals hieß es „wir wollen die Freiheit“ aber ich glaube eigentlich wollten die Ostdeutschen nur den Konsum. Den Besitz, den Wohlstand. Alles andere sollte 1:1 so weiterlaufen. Inclusive dem billigen Brot und den billigen Mieten etc. Aber das gibts nicht wie bei Alice im Wunderland, dafür muß man arbeiten, sich engagieren, etwas bewegen, und vor Allem EIGENINITIATIVE zeigen ( die hier größtenteils fehlt ! )
    Nur zu warten, bis jemand kommt und einem etwas sagt, das klappt nicht.
    Und nicht nur hier, nirgends auf der Welt. Wohlstand muß erarbeitet werden und gehalten werden, das ist kein Nulltarif-Selbstbedienungsgeschäft. Wenn man dann ganz vorsichtig Hilfestellung geben will, heisst es gleich „Besser-Wessi“ Also läßt man es, und alles stagniert weiter.
    Man hätte seinerzeit unbedingt eine Art Entkommunisierung ( in der Art der Entnazifizierung) machen müssen um die Strukuren aufzulösen und die Leute aufzuklären. Die Strukturen der Systeme (obwohl rechts und links)
    sind nahezu gleich gewesen, wie halt bei 99% aller Diktaturen.
    Philipp

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    Matthias sagte:
    08/08/2012 um 10:22 am

    Was eine Diktatur bewirken kann…

    es ist nur sehr schwer nachzuvollziehen und zu verstehen, dass immer noch so viele, zum Teil vom Amt her bedeutende Politiker ( Platzek, Gysi etc. ) so an dieser eingebrannten verfestigten DDR Ideologie kleben. Es wirkt, als hätten wir die 70-er Jahre und sie „müssten“ ihre totalitären, antrainierten Ansichten vertreten und missionieren, so als stehe noch immer der große Kontroll-und Überwachungsapparat der DDR zur Kontrolle mit dem Maschinengewehr hinter ihnen. Ein „falsches“ Wort und auch ab ins übernommende KZ oder zu einer anderen Strafmaßnahme.
    Ich finde es sehr schlimm, dass zumindest vom Prinzip her, Intellektuelle, die es (eigentlich)wissen müssen, immer noch agieren wie Leute aus Unterschichten. Daran sieht man, was so eine Dikatatur anrichten kann, und das nach so vielen Jahren.
    Sowieso, dieses „der Westen“, jetzt sind auch diese Personen „der Westen“ es gibt den „Osten“ nicht mehr. ( Außer auf der Landkarte als Himmelsrichtung ) Weshalb verstehen die das nicht, diese „wundervolle paradiesische DDR “ die sie mehrheitlich 1989 nicht mehr wollten, und denen es nicht schnell genug gehen konnte, diese „tolle“ DDR haben sie selbst mit abgeschaltet.
    Jetzt wird es hingestellt, als hätte „der Westen“ der „voller Nazis“ ist die „nazifreie“ DDR „übernommen“ Mal zur Erinnerung an Platzek und Genossen : Wir hatten alle die Nazis, es gab damals keine DDR ! Es ist unser aller Geschichte ! Und, um es mal etwas volkstümlich auf einem niedrigenen Level zu formulieren ( was dann auch alle DDR de-iqisierten verstehen müssten ) : – IHR wolltet zu UNS –

    Und ebenso sollten zumindest noch einigermaßend denkenden DDR Poliktiker wissen, wie es war, mit dem „Kopieren“ von „bewährten Dingen“ wie Gestapo / STASI , nächtliche Abholungen, Verhöre, Verhaftungen etc. Die KZs wurden definitiv „weiterbenutzt“ um „nicht linientreue“ umzuerziehen. Das sind nur wenige Fakten, die stimmen definitiv.
    Da es offenbar mit guten Worten und Aufklärung alleine nicht mehr geht, sollte man das Leugnen der DDR Diktatur und derer systembedingten strukturell geplanten Verbrechen ebenso wie Nazi-Verherrlichungen unter Strafe stellen. Zumindest sollte es Personen die in der Öffentlichkeit stehen verboten werden, diese Diktatur so unglaublich zu verherrlichen, und unliebsame Dinge einfach wegzulassen oder zu leugnen. Sellering, Gysi und Platzeck sollten es eigentlich wissen ….
    Matthias

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