Eine Kunsthalle am Ortsrand von Potsdam!

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Die Freude der von linken Krakeelern als „Barockfaschisten“ beschimpften Potsdamer Bürger währte nicht lange: Hasso Plattner, milliardenschwerer IT-Unternehmer und Potsdamer Mäzen ließ sich nur vorübergehend umstimmen. Jetzt hat er endgültig entschieden: Er baut seine Kunsthalle auf seinem Grundstück am Rande Potsdams und nicht in der Stadtmitte, anstelle des von „alteingesessenen Potsdamern“ (vulgo: die den Untergang der DDR persönlich Nehmenden) als Ikone geschätzten Hotelhochhauses (Das Hotel schließt demnächst, unabhängig von Plattner).

Herrn Plattners Rückzug war abzusehen, denn: Nun hat sich auch die Landesregierung eingemischt. Die demokratische Sozialistin, Umweltministerin und ehemalige Bauauschussvorsitzende im Stadtparlament, Anita Tack, gerade von einem Ausflug nach Brasilien (Umweltkonferenz im schönen Rio) zurück, mahnte – mit diplomatischen Worten – an, „wirklich das Bestmögliche für die Stadt, die Bewohner und ihre Gäste zu erreichen“. Es war ein deutlicher – in Watte verpackter – Wink mit dem Zaunpfahl: Die rot-rote Landesregierung hat ein Auge auf das Kunsthallenprojekt geworfen. Sie und kurz zuvor eine Handvoll bekannter Architekten mahnen einen Architektenwettbewerb an. Es war zwar nie gesagt worden, dass Plattner das verhindern wolle. Aber so bringt man sich als Urheber von Ideen schon mal in Stellung und insinuiert nebenbei, dass Plattner so etwas verhindern wolle.

Sicher darf die Bürgerin Tack ihre Meinung äußern. Und sie hat, so ist anzunehmen, das von ihrer Funktion als Ministerin zu trennen gewusst. Wie man das nur so böswillig missverstehen kann? Manfred Krug und Erich Loest beschreiben in ihren Büchern, wie sich das anfühlt, wenn die Genossen Amtspersonen von ihrem Recht, sich als Bürger zu äußern, ausgreifend Gebrauch machen und Ratschläge erteilen.

Vergeblich hofften die Bürger, dass der Landesvater das Wort an Plattner richte.

Tröstende Worte findet der Kreisvorsitzende der demokratischen Sozialisten, ein Student der Politikwissenschaft in Potsdam: “ Weder das Abendland noch die westliche Demokratie gehen unter, wenn nicht in derSstadtmitte gebaut wird.“ (Märkische Allgemeine v. 7.7.12; Hervorhebung von mir, GS)

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