Linkspartei: Ramelows Hund als Kandidat fürs Präsidentenamt

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Die Partei „Die Linke“ schießt zum zweiten Mal aus allen Rohren gegen Joachim Gauck. Schon vor 18 Monaten hieß es, mit einer Wahl Gaucks würden 5 Millionen Wähler der Linkspartei beleidigt. Jetzt werden dieselben 5 beleidigt, weil man ihre Parteiführung nicht befragt hat.

Schon 1925 hatten die Kommunisten das Problem, einen bürgerlichen Kandidaten nicht mitwählen zu können und verhalfen so Hindenburg ins Amt, der bekanntlich Hitler zum Reichskanzler ernannte.

Ramelow meint, er habe mit der Nominierung seines Hundes einen Scherz gemacht, Linkspartei-MdB Dr. Dieter Dehm hat Gauck (scherzhaft?) mit Stalin verglichen und sich hinterher so geschickt entschuldigt, dass man nicht weiß, tut er das gegenüber Gauck oder Stalin?

Es fällt auf, dass nicht nur Extremisten wie Dehm, sondern auch die als „Reformer“ geltenden Neokommunisten, eben Ramelow, aber auch Dr. Bartsch, ihre Probleme mit Gauck haben. Er verkörpert eben eine andere Gruppe von DDR-Bürgern.

Nur das Argument, dass wieder einmal die Ostbiographien nicht respektiert würden, fehlt noch. Es gibt halt verschiedene. Während Gauck in Rostock in der Bürgerechtsbewegung aktiv wurde, machte Bartsch in Moskau seinen Doktor.

Dass NPD, Linkspartei und Ströbele sowie Pfarrer Schorlemmer Gauck ablehnen, spricht für ihn.

Wie recht hat Sascha Lobo.

Update November 2014: Dass Ramelow gut holzen kann, zeigt er u. a. daran, dass er, wie es sich für Linke anscheinend gehört, Gauck denunziert. Bundespräsident Gauck war von der ARD zu einem Gespräch aus Anlass des Mauerfalls in die Berliner Gethsemanekirche gebeten worden. Angesprochen auf die Aussichten, demnächst mit Ramelow einen sozialistischen Ministerpräsidenten zu haben, antwortete Gauck, dass es Menschen, die die DDR erlebt hätten, schwer falle, das zu akzeptieren. Aber gewählt sei gewählt. Und: Es gebe Menschen, die fragten, ob die Linke wirklich schon so weit weg von der SED sei, dass man ihr vertrauen könne.

Das macht der Linke Ramelow daraus: Er empört sich, dass Gauck ihm das Recht, Christ zu sein, abspräche.

Ramelow ist ein in der Wolle gefärbter linker Geschichtspolitiker. So fordert er höhere Entschädigungen für SED-Verfolgte. Im gleichen Atemzug aber eine (weitere) Rentenerhöhung für SED-Kader. Die Rentenkasse dürfe kein ideologisches Kampfinstrument sein. Er setzt gerne DDR und BRD gleich. Zwei unterschiedliche Systeme hätten sich bekämpft. In der BRD hätte es Berufsverbote gegeben, deren Opfer müssten jetzt endlich rehabilitiert werden. Das ist, wie so oft, ein schmissiger Slogan. Ramelow nennt es „ehrliche Aufarbeitung“.

Wer das anders sieht, muss umständlich erklären: Der westdeutsche Staat wollte keine Kommunisten im Staatsdienst bezahlen müssen, alle anderen Berufe standen ihnen offen. Die kommunistischen Briefträger oder Lehrer wurden vom Verfassungsschutz nicht zersetzt, wie es in der DDR bei Abweichlern üblich war. Sie liefen nicht Gefahr, von einem Auto angefahren zu werden, wie es Wolf Biermann erzählt. Ihnen stand der Rechtsweg offen. Vergleichbares gab es in der DDR nicht. Das weiß Herr Ramelow, denn er hatte als Gegner der West-„Berufsverbote“ die Beobachtung durch den Verfassungsschutz ertragen müssen und zog dagegen erfolgreich vor Gericht. Wer in der DDR Pfarrerkind war oder sich nicht zur NVA verpflichtete, war in seiner Berufswahl, sagen wir es euphemistisch, stark eingeschränkt. Das fällt bei Herrn Ramelow unter den Tisch. Warum liegt ihm so viel daran, dass das KPD-Verbot von 1956 aufgehoben wird? Dass wenige Jahre später die DKP entstehen konnte, in der DDR aber keine SPD, würde den smarten Systemvergleich stören.

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