Meinungsforschung in Brandenburg

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ist mindestens so schwierig wie die Wettervorhersage. Die Meinungsforscher beißen sich an den Brandenburgern die Zähne aus. Das erging kürzlich Forsa-Befragern so, die im Auftrag der Enquetekommission fragten.

                                   Quelle: Forsa-Präsentation für den brandenburgischen Landtag

Da ist vieles widersprüchlich:

  • Die DDR wird insgesamt positiv gesehen (73%; bei den über 60Jährigen sind es 96%).
  • Dass sie mehr gute als schlechte Seiten hatte, sagt aber nur ein Drittel der Befragten. Die Hälfte will wissen, dass es gute und schlechte Seiten gab.
  • Jeder durfte bei entsprechender Leistung studieren, behaupten 37%.
  • Die Mehrheit hält die DDR für einen Rechtsstaat. Andererseits werden Meinungs- und Demonstrationsfreiheit, parlamentarische Opposition im vereinigten Deutschland sehr positiv eingeschätzt.
  • Der gerne genutzte topos von der Anerkennung der Lebensleistung Ostdeutscher wird sehr differenziert gesehen. Während 46% ihre persönliche L.  anerkannt sehen, glauben 71% zu wissen, dass das für die Gesamtheit der Ostdeutschen nicht gilt.
  • Die Mehrheit (60%) will einen Schlussstrich unter die DDR-Aufarbeitung setzen. Eine Mehrheit hält aber auch den Schulunterricht dazu für unzureichend. Eine Mehrheit (69%) hält aber auch die Diskussion über die DDR weiterhin für notwendig.
  • Die Mehrheit will keine Stasi in Politik und Verwaltung. (Warum eigentlich, wenn die DDR ein Rechtsstaat war?).

Eine nagelneue Umfrage der Märkischen Allgemeinen zwei Monate später wiederum will herausgefunden haben, dass die DDR-Aufarbeitung an letzter Stelle der wichtigen Themen steht. (Das hatte die SPD schon vorweggenommen. In ihrem Regierungsprogramm 2009 wurde die DDR-Aufarbeitung gar nicht mehr erwähnt.) Nur 37% wüssten, dass gerade Rot-Rot regierten. Die größte Kompetenz beim Thema „DDR-Aufarbeitung“ wird der Linkspartei zugesprochen.

 

Umfrage der Enquetekommission Dezember 2012 (Zeitungsbericht)
Weiteres im Basedow1764 zu Meinungsforschung im Osten
Auch dieser Blogger wundert sich: Zettels Raum
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Ein Kommentar zu „Meinungsforschung in Brandenburg

    […] nicht, der Linkspartei wird von der brandenburgischen Bevölkerung die höchste Kompetenz in der Aufarbeitung der Vergangenheit zugesprochen und sie behauptet es ja auch selbst, dass sie […]

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