Potsdam und der „Anschluss“

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Wappen der SED

Manchmal sind unscheinbare oder wenig bekannte Kleinigkeiten sehr aufschlussreich, pars pro toto sozusagen.

Ich hatte kürzlich schon zu (n)ostalgischen Straßennamen gepostet. Potsdam ist ein Paradebeispiel. Hier gibt es seit Kriegsende einen Platz der Einheit, vorher hieß er Wilhelmplatz. Lokalhistoriker weisen darauf hin, dass er nach der sog. Wende seinen Namen  behalten durfte. Mit Einheit war 1946 die Einheit der Arbeiterklasse, die Zwangsvereinigung der SPD mit der KPD zur SED, gemeint. Straßen der Einheit gibt es daher in jeder Siedlung in Ostdeutschland.

Ein Anlauf zur 20. Wiederkehr des Mauerfalls, den Platz der Einheit in Platz der deutschen Einheit umzubenennen, scheiterte im Stadtparlament.

Begründung: Man solle nicht dauernd umbenennen. Die deutsche Einheit sei doch auch so gemeint. (Die Mehrheit im Stadtparlament stellen „Die Linke“ und die SPD. Obschon letztere mit Duldung der anderen „rechten“ Parteien regiert und „Die Linke“ in der Opposition ist.)

Ein verdienter Denkmalpfleger und Bauhistoriker, Ehrenbürger der Stadt Potsdam, 1958 von der SED vertrieben, hat den Entwurf eines Denkmals der Einheit vorgestellt. Einen Sponsor hätte es gegeben. Der Beirat für Kunst im öffentlichen Raum hat die Aufstellung abgelehnt.

Auf dem Platz der Einheit steht ein Denkmal für die Opfer des Faschismus.

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