Die Privilegien der DDR-Oberschicht

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Das eine oder andere müsste schon im Blog stehen: Dass die Nomenklatura gut gelebt hat. Das ist überall in kommunistischen Staaten so (gewesen). Auch in Nordkorea, von wo wir die Bilder ärmlicher Menschen sehen, haben die Kader alles. Der oberste Häuptling besitzt gleich mehrere Paläste. Söhne, Töchter und andere Verwandte des roten Adels in der heutigen VR China sorgen dafür, dass die Familien einen Millionenbesitz erwerben und ihn auch gerne ins Ausland transferieren. In Kuba haben die Kader eigene Krankenhäuser und spezielle Restaurants. Kein Wunder, dass Ver.di-Gewerkschafter, Lafontaine, Axel Hilpert u.a. dort gerne Urlaub machen. Lenins Bolschewiki hatten als erstes die Wohnungen von Adligen für sich requiriert. DDR-Minister haben sich von ihrem Ministerium Villen bauen oder die Stromrechnung für das private Treibhaus bezahlen lassen. Honecker verfügte über einen Fuhrpark von 17 Autos. Das Paradies auf Erden gab es für die kommunistische Oberschicht wirklich. Für die werktätigen Massen war der Weg dahin das Ziel.

Der Volksmund bringt es auf den Punkt: “Was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus? Kapitalismus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Im Kommunismus ist es umgekehrt.”

Fritz J. Raddatz erzählt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 9.10.2011 aus Anlass der Vorstellung seiner Tagebücher: “… in der DDR … existierte noch eine andere Währung… (die) in verschiedenen Farben ausgegebenen kleinformatigen Privilegiertenausweise – Presse-Club, Club der Kulturschaffenden, Künstler-Club “Die Möwe”… Diese “Ost-Credit-Karten” befugten zum Eintritt in reservierte Restaurants, in denen man – höchst preiswert auch noch – bekam, was das Volk nie zu sehen bekam: Huhn, Reis, Kalbfleisch, Birnenkompott, Plattenseer Riesling, sowjetischen Wodka! Besonders Hochstehende hatten einen in West-Berlin zugelassenen Zweitwagen (wie Johannes R. Becher) oder zumindest ein richtiges Westauto wie Stephan Hermlin, mit dem verbrieften Recht, die Reparaturen in West-Berlin durchführen zu lassen.”

Die Nomenklatura hat vor allem ihren Machterhalt im Auge. Seilschaften sorgten dafür, dass sie bei ihnen und ihren Familien blieb. Ein Grund für Stagnation und Misswirtschaft war auch, dass Fachkompetenz nur sekundäre Bedeutung hatte.

Die Seilschaften sorgten auch für das Überleben in der “Wende”. Mit dem Zugriff auf “Volkseigentum”, der Besetzung von Positionen in der Treuhandanstalt und Geschäftsführerposten in den privatisierten Staatsbetrieben sicherte sich die Nomenklatura das Überleben. Vgl. Enquetekommission Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur (Hrsg.): Staatssicherheit – Seilschaften,  Band 8, Baden-Baden 1995, p 758,

Man kommt schon ins Grübeln, wenn munter über die gute, alte DDR schwadroniert wird. Die o.a. Reihe ist eine Fundgrube, die bei Journalisten und  Frau Thalheim auf dem Schreibtisch stehen und in jeder Brandenburger Schule vorhanden sein sollte, statt verramscht zu werden.

Ein Gedanke zu “Die Privilegien der DDR-Oberschicht

    zrwd sagte:
    04/06/2012 um 8:24 nachmittags

    wobei der Reichtum den Gläubigen damals genauso egal war, wie ihnen und ihren Nachfolgern heute die Villa Lafontaines, der Porsche vom Ernst und die Hummern der Wagenknecht egal ist. Das Engels ein auch noch nur als Erbe und nichts aufgrun eigener unternehmerischer Leistung Bourgeois war, Marx ein arbeitsscheuer Faulenzer, die Politkriminelle Luxemburg und der Massenmörder Lenin ebenfalls Intellektuelle und keineswegs Proletarier waren, schert die auch einen feuchten Kehricht. Weshalb nur?

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