Lange Zeit hätte Axel Hilpert als Beispiel für die gelungene innere Einheit dienen können, die sich Egon Bahr und Matthias Platzeck so sehr wünschen: In der DDR erfolgreicher Devisen-, Immobilien- und Antiquitätenhändler in Schalck-Golodkowskis Stasi-Firma und IM. Nach der Revolution erfolgreicher Immobilienhändler und Investor in Brandenburg.
Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat ihn jetzt festnehmen lassen wegen Subventionsbetruges. (Respekt vor der Justiz und kein “Generalverdacht”: Man kennt sich in Brandenburg von früher und Hilpert ist in der politischen Elite des Landes brilliant vernetzt.) Bei seinem größten Coup, dem Tagungs- und Wellnesshotel “Resort Schwielowsee”, erschwindelte er sich (mutmaßlich) 9 Mio € Landes- und EU-Zuschüsse. Die Baukosten betrugen laut Zeitung 25 Mio.
H. rechnete über 45 Mio € ab. Er und seine Frau verdienten 2 Mio durch verdeckte Rückzahlungen am Bau beteiligter Firmen. Seine Hausbank war die aus der DDR-Staatsbank hervorgegangene Deutsche Kreditbank. Die sah großzügig darüber hinweg, dass Hilpert kein ausreichendes Eigenkapital vorwies.
Zu DDR-Zeiten stand auf der Anlage ein zuletzt arg versifftes FDJ-Jugendhotel, in dem ich einmal übernachtet habe.
Ein glänzend recherchierter Artikel über Axel Hilpert im Tagesspiegel.
Wenn die DDR mehr Manager vom Schlage Oberst Hilperts gehabt hätte…
Irgendwie tröstlich, dass die Anlage schon seit Jahren defizitär ist.

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